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Dekanatssynode digital

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Die Dekanatssynode hat zum dritten Mal rein digital getagt. Themen waren die Evaluation der Gemeindeübergreifenden Dekanatsträgerschaft für Kindertagesstätten, die Flüchtlingsarbeit und ein Antrag auf Unterstützung der Geschäftsführung von Gemeinden. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse hielt eine Andacht über den Heiligen Geist als Tröster.

Integration soll Handlungsfeld bleiben

Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt tagt online zu den Themen Kindertagesstätten, Flüchtlingsarbeit und professionelle Geschäftsführung von Gemeinden

Mit drei großen Themen hat sich die Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt befasst: In ihrer Tagung, geleitet von der Vorsitzenden Carin Strobel, berieten die 46 Stimmberechtigten per Videokonferenz über Kindertagesstätten, Flüchtlingsarbeit und eine professionelle Geschäftsführung von Gemeinden. Zuvor hatte Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse eine ermutigende Andacht über den Heiligen Geist als „Tröster“ in der Corona-Krise gehalten, „in der vieles, was selbstverständlich schien, infrage gestellt wird, viele Menschen mit Krankheit und Tod konfrontiert sind, vielfältige Belastungen herrschen und gesellschaftliche Risse zu Tage treten“. Der Heilige Geist bleibe, gebe Halt und Orientierung, schenke Ausdauer und stifte Gemeinschaft, so die Dekanin.

Anschließend stellte Dr. Franz Grubauer, früherer Leiter der Sozialforschungs- und Statistikabteilung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Inhaber des Synopsis-Instituts, die Ergebnisse der Evaluation der Dekanatsträgerschaft Kindertagesstätten vor, für die das Dekanat ihn beauftragt hatte. Das Dekanat hat 2018 eine gemeindeübergreifende Trägerschaft (GüT) für Kindertagesstätten gegründet. Elf Kirchengemeinden haben dieser die Geschäftsführung ihrer Kitas übergeben. Neun Kitas sind weiterhin in Gemeindeträgerschaft, eine wird von der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift getragen.

Die Satzung der Dekanatsträgerschaft sieht eine Evaluation nach drei Jahren vor. Die Vorbereitungsgruppe bestehend aus dem Geschäftsführer der GüT, Michael Müller-Möscheid, Pfarrer Uwe Wiegand und Pfarrer Dr. Raimund Wirth vom Trägervorstand sowie Dr. Sabine Löchner vom Kirchenvorstand der Kreuzkirchengemeinde, die ihre Kita in Gemeindeträgerschaft hat, bereitete die Evaluation vor. Gefragt wurde darin nach der Zufriedenheit mit der Dekanatsträgerschaft, ob diese ihre Versprechungen eingelöst hätte, welche perspektivischen Entwicklungen wünschenswert wären und wie sich die Trägerschaft in der Corona-Krise bewährt hätte. Insgesamt wurde eine hohe Zufriedenheit bescheinigt.   

In anschließenden Austauschgruppen bestätigten Synodale, dass die GüT eine große Entlastung für die Kirchenvorstände darstelle. Mitglieder von Kirchengemeinden, die die Trägerschaft für ihre Kitas behalten haben, bekräftigten dagegen ihre Entscheidung für deren Beibehalt. Matthias Kessler, Leiter der Regionalverwaltung Starkenburg-Ost, sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ der GüT in Darmstadt und betonte den Aspekt der „Professionalisierung“.

Die Trägerkonferenz der Gemeinden, die die Verwaltung ihrer Kitas behalten haben, mahnte an, vom Dekanat genügend wahrgenommen zu werden. Hier sicherte die Dekanin zu, dass der Dialog intensiv weitergeführt werde, da dem Dekanat an einer guten Entwicklung aller evangelischen Kitas und an einer guten Zusammenarbeit beider Trägerschaftsmodelle liege. Als weiteres Ergebnis der Evaluation sollen „Kommunikation und Transparenz weiterentwickelt werden“.

Zur weiteren Verbesserung der Strukturen in der Dekanatsträgerschaft beschloss die Synode zudem, die Ergebnisse der Evaluation in Form einer SWOT-Analyse (Schwächen, Stärken, Chancen, Risiken) auszuwerten und konkrete Schritte für die Weiterentwicklung einschließlich einer möglichen Satzungsänderung der Synode wieder vorzulegen. Michael Müller-Möscheid von der GüT und Michael Kalbfuss von der Konferenz der Kitas in Gemeindeträgerschaft berichteten anschließend über den Umgang der Kitas mit der Pandemie und ihren Erfahrungen nach einem Jahr Corona. Beide waren sich einig, dass Erzieherinnen und Erzieher wie Eltern in den vergangenen Monaten Außerordentliches geleistet hätten und sich die Situation in den vergangenen Wochen bei den Fachkräften etwas entspannt hätte, seit sie in der Impfreihenfolge vorgerückt seien und schon mehr als die Hälfte von ihnen geimpft sei.

Die Arbeit mit Geflüchteten im Dekanat war ein zweiter großer Schwerpunkt der Synodaltagung. Pia Maute, die die Projektstelle Integration im Dekanat seit fast einem Jahr bekleidet, gab eine Einführung in die Arbeit in den vergangenen fünf Jahren, zu der von der Beratungsrunde Flüchtlingsarbeit im Dekanat eine Übersicht über die beeindruckende Vielfalt von Aktivitäten erstellt worden war.  Konkrete Angebote wie Deutschkurse, Willkommenstreffs, Hilfe bei Ämtergängen seien „erste Schritte für gelungene Integration“ gewesen. Geflüchtete in Asylverfahren zu begleiten und damit zu helfen, dass Menschen zu ihrem Recht kommen, sei ein „Beitrag zu einer offenen und solidarischen Gesellschaft“. Die Arbeit helfe, „Vorurteile abzubauen, Rassismus zu bekämpfen und rechten Strukturen vorzubeugen“, so die Erfahrungen der Aktiven. Das Dekanat und seine Arbeitsbereiche Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung mit Referent Winfried Kändler habe dabei das Ehrenamt mit Schulungen und Fortbildungen unterstützt. Außerdem haben Dekanatsleitung und Mitarbeitende unter anderem eine Engagement-Börse organisiert, ein Integrationsforum auf städtischer Ebene angeregt, ein Bewerbercafé für Geflüchtete mit ins Leben gerufen und sich an politischen Initiativen beteiligt. Wenn die Erstaufnahmeeinrichtung in der Starkenburg-Kaserne in diesem Jahr wiedereröffnet werde, wolle das Dekanat hier ebenfalls wieder aktiv werden.

Ilona Zettel und Dominik Kohlmaier vom Diakonischen Werks sowie dessen Leiterin Edda Haack berichteten von der Verbindung der Arbeit mit Geflüchteten und anderen Bereichen der Gemeinwesenarbeit in der Waldkolonie und lobten die zu der Unterstützung der Paul-Gerhardt-Gemeinde und des Dekanats etwa bei Angeboten wie dem Offenen Treff oder dem Begegnungsfest. Mohammed Aldulaimi, ein Geflüchteter aus dem Irak, berichtete von seinen Erfahrungen in einer langen Zeit der Unsicherheit, dass er nun Arbeit und eine eigene Wohnung habe und dankte für die Möglichkeit des Kirchenasyls in der Friedensgemeinde. Monika Vogel vom Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde hob hervor, dass die Arbeit mit Geflüchteten die Gemeinde bereichere: „Gemeinde ist Gemeinwesen, Geflüchtete hineinnehmen ist Integration.“ Sie mahnte, dass hier weiterhin hauptamtliche Arbeit zur Unterstützung und Koordination ehrenamtlicher Arbeit nötig sei. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, die selbst auch in der Kampagne „Darmstadt bleibt weltoffen“ aktiv ist, dankte den Haupt- und Ehrenamtlichen im Dekanat und würdigte die Zusammenarbeit mit Stadt und Freiwilligenzentrum.
Die Synode beschloss, dass Integration und interkulturelle Öffnung weiterhin ein Handlungsfeld des Dekanats bleiben, Netzwerke und Professionalisierung gefördert, Räume für das Engagement zur Verfügung gestellt, die Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs weitergeführt und mit Bildungsangeboten interkulturelles Zusammenleben, Demokratieförderung und rassismuskritisches Arbeiten unterstützt werden solle.

Als drittes großes Thema befasste sich die Synode mit der Professionalisierung der Verwaltung von Gemeinden, da hier Anforderungen immer mehr gestiegen seien und bei abnehmenden Ressourcen noch weiter steigen würden. Dazu hatte die Matthäusgemeinde einen Antrag eingebracht. Die Synode folgte der Beschlussvorlage von Pfarrer Andreas Schwöbel, Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse und Pfarrer Dr. Raimund Wirth, stellvertretender Dekan, bei der Kirchensynode zu beantragen, dass große Kirchengemeinden und Kooperationen in einem Modellversuch eine professionelle Geschäftsführung bekämen, die insbesondere die Leitungs- und Verwaltungstätigkeit des Kirchenvorstands oder der Kirchenvorstände unterstützt. Dafür sollen in zehn Pilotprojekten in der EKHN Stellen eingerichtet werden. Die Pilotphase soll von 2022 bis 2027 dauern mit dem Ziel, die Stellen zu verstetigen.

Nach dem Bericht des Dekanatssynodalvorstands durch Carin Strobel und dem Bericht der Dekanin gab Pfarrerin Barbara Themel, Kirchentagsbeauftragte im Dekanat, noch einen Überblick über den Stand der Planungen des Ökumenischen Kirchentags vom 13. bis 16. Juni, der aufgrund der Pandemie nun digital und dezentral stattfinden soll. Aus der Vorbereitungsgruppe Darmstadt und Region berichtete sie, dass diese den Ökumene-Kreisen vorschlagen wolle, am Samstagabend ökumenische Gottesdienste in den Regionen anzubieten. Der zentrale Gottesdienst an Himmelfahrt und der Schlussgottesdienst könnten in Gemeinden übertragen werden. Der Ökumenische Kirchentag soll auch in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden.

Mit dem Segen der Dekanin endete die digitale Synode nach gut vier Stunden.

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