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Ein guter Anfang

sru/DekanatMartin Stenzel ist der neue Pfarrer in Kleestadt und Richen.

Martin Stenzel ist der neue Pfarrer der Kirchengemeinden Kleestadt und Richen. Seit Mitte März ist die sechsköpfige Familie da. Martin Stenzels Dienst beginnt pünktlich zu Ostern - am 1. April.

Die Kirchen in Kleestadt und Richen haben es Martin Stenzel sofort angetan. An diesem Vormittag erstrahlen Altarraum und Fresken der mehr als 500 Jahre alten Kleestädter Kirche in der Frühlingssonne. Eine so große und alte Kirche in einem so kleinen Dorf: „Das ist eine Aussage“, findet der neue Pfarrer. „In Richen und Kleestadt war Kirche immer wichtig.“ Die Kleestädter Kirche atme Geschichte, die Richener Kirche heiße einen durch ihre „warme und behagliche Atmosphäre“ willkommen.

Die Kirchen, die Friedhöfe, viel hat Martin Stenzel von seinen neuen Gemeinden noch nicht kennengelernt. Ein paar Mal war er joggen oder ist mit dem Fahrrad durch den Ort gefahren. Momentan sei er quasi inkognito unterwegs, sagt er schmunzelnd. Noch stehen die Häuser namenlos am Straßenrand. Allmählich werden sie sich für ihn mit Menschen und Geschichten füllen – hier hat jemand geheiratet, dort hat er Kind getauft, wieder woanders ist jemand gestorben –, dann werden die Häuser zu ihm sprechen. „Es ist ein Irrtum unserer Zeit zu glauben, man könnte es beschleunigen“, sagt Martin Stenzel.

„Corona ist ein Spielverderber“
Mitte März ist die sechsköpfige Familie von Oberhessen nach Kleestadt umgezogen. Die Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter von 11, 10, 8 und 5, gehen in Schule und Kindergarten. Die Kisten im Pfarrhaus sind ausgepackt. Die ersten Termine hat Martin Stenzel wahrgenommen, obwohl er Urlaub hatte. Sein Dienst beginnt am 1. April. Ein Neuanfang an Ostern. „Ein guter Anfang“, sagt der Pfarrer. Die Gemeinden feiern halbstündige Gottesdienste in Präsenz, sofern die Inzidenz unter 200 liegt. Außerdem hat der neue Pfarrer zwei Videoclips abgedreht, zu finden auf dem Youtube-Kanal von Kleestadt und Richen.

Für die Kirchengemeinden Kleestadt und Richen ist damit die halbjährige Vakanz nach dem Weggang von Pfarrerin Christine Heuser beendet. Mitten in der Corona-Pandemie mit all ihren Kontaktbeschränkungen an einem neuen Ort anzukommen, sei eine Herausforderung. Wie mache ich mich bekannt? Wie lerne ich die Menschen kennen? „Corona ist ein Spielverderber.“ Martin Stenzel geht es gelassen an. Wenn das Kennenlernen ein halbes Jahr länger dauert – auch nicht schlimm. „Ich habe ja nicht vor, nächstes Jahr wieder zu gehen.“

Lernender – Findender – Entdecker
Die Stelle in Kleestadt und Richen ist die dritte Gemeindepfarrstelle des 51-Jährigen. Er kommt aus den Kirchengemeinden Dauernheim und Blofeld, davor war er in Raunheim. Sein Vikariat, also die praktische Ausbildung für den Pfarrberuf, hat er in Dreieich gemacht. Martin Stenzel hat in Marburg, Mainz und Frankfurt Theologie studiert und außerdem ein Magisterstudium in Geschichte, Musik und Politik absolviert. Gebürtig stammt er aus Bad Homburg, ist ein Pfarrerskind.

Der Grund für den Wechsel: Seine alte Pfarrstelle wurde auf halb gekürzt. Bei einem Umzug sollte es Richtung Darmstadt gehen, wo seine Frau arbeitet. Die Ausschreibung für Kleestadt und Richen habe ihm gefallen. „Man kommt immer von außen rein, insofern ist man Lernender, Findender und Entdecker.“ Er freue sich darauf, an der Entwicklung mitzuarbeiten.

Authentizität und Inhalt, Glaubwürdigkeit und Transparenz sind ihm wichtig. Der Glaube ist für ihn keine Privatsache. „Glaube bleibt nie bei einem selbst stehen, sondern ist darauf angelegt, dass er sich äußert.“ Aber: „Glaube lebt immer auch vom Zweifel und dem Widerspruch – nur so kann man mit den Menschen umgehen.“ Er versuche eine Brücke zu schlagen, dass man auch von außen was mit kirchlichen Themen anfangen kann, eine Durchlässigkeit herzustellen. „Die Relevanz von Kirche entscheidet sich an Randbereichen.“

 

 

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