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Kirchenvorstandswahl 2021

Hinterfragen – verstehen – mitgestalten

privat/Dekanat Vorderer OdenwaldChristiane Dolch engagiert sich seit neun Jahren im Kirchenvorstand. Aus Überzeugung.

Am 13. Juni 2021 werden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau neue Kirchenvorstände gewählt. Ein verantwortungsvolles und gestaltungsreiches Ehrenamt, findet Christiane Dolch. Sie ist seit neun Jahren im Kirchenvorstand in Heubach. Und macht Mut, es ihr gleichzutun. Ein Plädoyer.

Von Christiane Dolch

Kirchenmitglied werden, ist nicht schwer. Die meisten von uns wurden getauft zu einem Zeitpunkt, an den wir keine Erinnerung haben. Kirchenmitglieder sind wir dadurch aber trotzdem geworden. Für die Konfirmation konnten wir uns dann bewusst entscheiden – auch wenn zu meiner Zeit die meisten wohl nicht selbst entschieden, sondern sich einfach den Erwartungen der Familie untergeordnet haben.

Ich habe mich damals bewusst für die Konfirmation entschieden. Ich wollte einfach mehr erfahren über die Glaubensgemeinschaft, in die die ich durch meine Eltern „hineingeraten“ war. Ich habe in der Zeit oft und lange mit Freundinnen über Glauben und Kirche diskutiert und nicht immer stimmte ich mit dem überein was die Institution Kirche vertrat. Ich habe die Aussagen und das Handeln der Kirche auch später immer hinterfragt, und so habe ich auch, als die Kirchengemeinde Heubach mich vor neun Jahren in den Kirchenvorstand nachberufen wollte, gezögert. Wollte ich wirklich ganz offiziell eine Vertreterin dieser Institution werden?

Ich habe mich dafür entschieden, denn ich wollte nicht feige von außen kritisieren, sondern die Möglichkeit ergreifen von innen heraus mitzuwirken. Die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) ist eine sehr große Organisation und als Kirchenvorsteherin einer kleinen dörflichen Kirchengemeinde ist mein Einfluss auf das große Ganze sicher sehr gering. Aber hier in unserer Gemeinde konnte ich in den vergangenen Jahren viel über unsere Kirche, deren Strukturen und Vorgehen lernen.

Ich weiß, dass wir hier in unserer Gemeinde als Kirchenvorstand sehr frei entscheiden können über das Gemeindeleben im Allgemeinen, über die Gottesdienst-Arten, die angeboten werden sollen, über die Art des Konfirmandenunterrichts, über gemeindeübergreifende Aktivitäten und noch einiges mehr. So lässt sich im Kleinen vieles gestalten, das vielleicht dann auch Auswirkungen auf das große Ganze hat.

Selbstverständlich werden aus den Gemeinde-Kirchenvorständen auch Vertreter in übergeordnete Gremien entsandt und können dort noch direkter Dinge bewirken. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Landessynode der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) überwiegend aus Nicht-Theologen besteht?

Aber warum berichte ich über das alles? Ganz einfach: Ein Kirchenvorstand fällt nicht vom Himmel, und im kommenden Jahr steht wieder eine Kirchenvorstandswahl an. So möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen Mut zu machen, sich für die Kirchenvorstandswahl aufstellen zu lassen.

Als Kirchenvorsteher haben Sie – wie ich oben beschrieben habe – mancherlei Möglichkeit mitzugestalten. Ich möchte allerdings nicht verschweigen, dass es neben diesen Möglichkeiten auch den Pflichtbereich gibt. Auch als Kirchengemeinde müssen wir uns oft und ausführlich mit finanziellen Problemen befassen. Punkte wie Mitgliederschwund, Gemeindekooperationen und Sparvorgaben der Gesamtkirche werden auf der Tagesordnung stehen. Es wird Hilfe bei Gemeindefesten und Gottesdiensten angefragt werden, und es mag sein, dass man als Kirchenvorstandsmitglied auch mal für das Verteilen des Gemeindebriefs zum Einsatz kommt. All das natürlich nur im Rahmen der Möglichkeiten jedes Einzelnen, denn immerhin handelt es sich um ein Ehrenamt.

Ich werde mich auf jeden Fall für eine weitere Legislaturperiode zur Verfügung stellen.

Übrigens: Auch nach neun Jahren KV-Mitgliedschaft hinterfrage ich unsere Kirche immer noch. Und das Schöne ist, dass das in Ordnung ist, denn so ist unsere evangelische Kirche überhaupt erst entstanden.

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