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Tageslosung
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Klagegebet 11.9.2015

Leidender, mitleidender Gott,

zu dir kommen wir mit unserer Klage.

Wir sehen die Fotos auf dem Friedensplatz, die Ruine am Kapellplatz, das Massengrab auf dem Waldfriedhof – die Gedenkorte erinnern uns an die Schrecken der Brandnacht, an die vielen Tausend Toten, Frauen, Männer und Kinder, an die Zehntausende von Obdachlosen, an die zerstörten Häuser und Straßen der Innenstadt. Manche von uns haben in der Familie Berichte von den entsetzlichen Ereignissen damals gehört – und erahnen, was sie bedeutet haben. Wir erschrecken - aber letztlich ist es doch nicht vorstellbar, welchen Horror Menschen in den Kellern und auf den Straßen erlebten.
Einige von uns kennen nicht nur Gedenkorte oder Erzählungen, sondern sie denken heute an ihre eigenen Erfahrungen in dieser Nacht vor 71 Jahren und an die Tage danach. Sie wissen, welche Verletzungen an Leib und Seele der Krieg Menschen zufügt, auch den Überlebenden.

  • Kyrie, eleison, sieh wohin wir gehen, ruf uns aus dem Tode, lass uns auferstehen!

Leidender, mitleidender Gott,
wir haben als Christinnen und Christen gelernt: Krieg soll nach deinem Willen nicht sein. Es gilt, Gewalt zu überwinden. Wir brauchen Recht, Gerechtigkeit, Demokratie. Und wir versuchen, Mitverantwortung zu übernehmen und unser Gemeinwesen in diesem Sinne zu gestalten. Zugleich wissen wir: durch unseren Lebensstil und wirtschaftliche und politische Beziehungen sind wir in Gewalt und Krieg in anderen Ländern verstrickt – und auch in unserem eigenen Lebensumfeld gelingt es uns oft nicht, Unfrieden und Unrecht zu überwinden.

  • Kyrie eleison, sieh wohin wir gehn, ruf uns aus dem Tode, lass uns auferstehen!

Leidender, mitleidender Gott,

wir erinnern uns ans die Bilder vom 11. September vor 14 Jahren. An die Flugzeuge, die in die Türme rasen, an die Bilder fallender und fliehender Menschen. Wir denken an die Opfer der Terroranschläge von New York und Washington und an die Opfer der Kriege, die auf diese Anschläge folgten.
Heute leben in unserer Stadt viele Menschen, die sehr genau wissen, was Krieg bedeutet. Vor seinen Schrecken sind sie zu uns geflohen. Sie suchen Sicherheit und ein Leben ohne Furcht und Not.
Viele mussten Angehörige zurücklassen, andere Familien wurden auf der Flucht getrennt. Der Weg in die Sicherheit ist weit und gefährlich.
In Europa begegnen sie nicht nur offenen Armen und Herzen, sondern auch Ablehnung und sogar Hass.

  • Kyrie eleison, sieh wohin wir gehn, ruf uns aus dem Tode, lass uns auferstehen!

Barmherziger Gott, es gibt viele Probleme, mit denen wir konfrontiert sind - in unserem persönlichen Umfeld und in der Welt.
Wir möchten mit offenen Augen und Herzen leben, aber manchmal schaffen wir es nicht, Anteil zu nehmen, uns dauerhaft zu engagieren, Konflikte zu riskieren.

Wir bitten dich, gib uns deinen heiligen Geist, den Tröster und Beistand.
Hilf uns, Leiden und Hoffnung zu teilen. Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Stärke in uns ist die Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde.
Lass uns gewiss werden, dass Du, Christus, gekommen bist, dass wir Leben haben, Leben in seiner ganzen Fülle.

Amen.

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Fürbittengebet

Barmherziger Gott,

vor dir denken wir an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Wir denken an die Opfer des 2. Weltkrieges in Europa, im Pazifik und in anderen Regionen unserer Welt.
Halte unsere Erinnerung wach, dass wir klug werden zum Leben.
Wir bitten dich für diejenigen unter uns, die die Schrecken der Brandnacht 1944 erlebt haben als Kinder und Jugendliche, als junge Männer und Frauen. Sei ihnen nahe, tröste sie, wenn jetzt im Alter verstörende Erinnerungen wieder kommen. Lass sie Menschen finden, die da sind und zuhören. Hilf ihnen, für uns Jüngere zu Friedensbotschaftern zu werden, die uns ermuntern so zu leben, dass die Erde ein guter Ort für alle wird.

Wir bitten dich Gott: erhöre uns

Barmherziger Gott,

wir bitten dich für die Kriegsenkel, die heutige mittlere Generation, oft aufgewachsen mit Eltern und Verwandten, die nicht viel erzählt haben von damals, und doch geprägt von deren Erfahrungen. Sei ihnen nahe, tröste sie, wenn sie sich sorgen um ihre alten Eltern, und um die Zukunft ihrer Söhne und Töchter. Hilf ihnen, in all ihren Alltagsaufgaben, Kraft zu finden zur Anteilnahme am Leiden und an den Hoffnungen anderer. Stärke ihre Leidenschaft für das Leben. Lass junge Menschen aufwachsen und ihren Weg finden in der Gewissheit, dass sie geliebt sind und gebraucht werden und dass du für sie und alle Menschen Leben willst, Leben in seiner ganzen Fülle.

Wir bitten dich Gott: erhöre uns.

Barmherziger Gott,

wir bitten dich für die Menschen, die zu uns fliehen vor Krieg und Gewalt, die in ihrer Heimat und auf der Flucht Schlimmes erleben oder erlebt haben. Begleite und behüte sie in der Gefahr. Lass sie herzliche Aufnahme finden in unserer Stadt. Schenke uns offene Augen und Herzen, dass wir in den Fremden Christus erkennen. Lass uns einander annehmen und erkennen, was wir uns gegenseitig geben können. Gib uns einen langen Atem, Gott, dass wir uns nicht abwenden von den Menschen, wenn es schwierig wird im Zusammenleben. Lass uns Vorurteilen mutig entgegentreten. Hilf uns, auch die anderen Menschenunter uns, die in Not sind oder verletzlich sind, nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir bitten dich Gott: erhöre uns.

Barmherziger Gott,

wir bringen vor dich die Not der Menschen in den Krisenregionen unserer Welt. Heute denken wir besonders an Syrien, an Eritrea, an Afghanistan und an den Irak.
Wir bitten dich für die Menschen, die unter der Gewalt des Krieges leiden, die den Tod von
Menschen, die ihnen nahe stehen, ertragen müssen und deren Lebensgrundlagen zerstört werden. Lass sie Trost und Beistand finden.
Wir bitten dich für die führenden Vertreter und Vertreterinnen der internationalen Gemeinschaft, dass sie vor allem das Leiden der Bevölkerung vor Augen haben und ihren Einfluss nutzen, um Wege der politischen Konfliktlösung zu finden und Recht und Gerechtigkeit aufzurichten.

Wir bitten dich Gott, erhöre uns.

Barmherziger Gott,

wir bitten dich für unser Zusammenleben in Darmstadt, für uns alle in unserer Verschiedenheit: Alte und Junge, Männer und Frauen, Menschen, die schon lange hier leben und Neubürgerinnen, Wohlhabende und Arme, Menschen verschiedenen Glaubens und ohne religiöse Bindung. Lass uns einander ansehen mit deinen Augen: jede, jeder ein einzigartiger Mensch, dein Ebenbild. Segne uns mit Phantasie und Tatkraft, dass wir unsere Möglichkeiten entdecken und nutzen, bei uns und an anderen Orten der Erde zum Frieden beizutragen und das Leben der Menschen und deiner Schöpfung zu bewahren.

Wir bitten dich Gott: erhöre uns.

Früherer Präses Ulrich Jentsch gestorben

Das Evangelische Dekanat Darmstadt-Stadt trauert um Adolf-Ulrich Jentsch. Der Darmstädter Richter war vom 1. Februar 1980 bis 17. Januar 1986 Präses der Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt. Im Alter von 93 Jahren ist er in der vergangenen Woche verstorben. "Das Dekanat erinnert sich mit Dankbarkeit und Wertschätzung an seinen früheren Präses, seiner Witwe und der Familie gilt unsere herzliche Anteilnahme", so Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse. Ulrich Jentsch war zudem von 1967 bis 1991 Mitglied der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). 1974 wurde er auch in den Kirchensynodalvorstand gewählt und war in dieser Funktion zeitweise auch Mitglied der Kirchenleitung der EKHN. Jentsch begann sein Engagement in der evangelischen Kirche 1952 als Kirchenvorsteher in der Darmstädter Friedensgemeinde und arbeitete im Finanzausschuss der Evangelischen Gesamtgemeinde mit.

Trauer um Karl-Heinz Hüttenberger

Das Evangelische Dekanat Darmstadt-Stadt trauert um Karl-Heinz Hüttenberger, der am 5. September im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Karl-Heinz Hüttenberger war in der Auferstehungsgemeinde Kirchenmusiker und hatte über seine Gemeinde hinaus einen Auftrag für die Kirchenmusik im Dekanat erhalten. Er war lange Jahre Vorsitzender der Mitarbeitervertretung im Dekanat. Wir werden Karl-Heinz Hüttenberger ein ehrendes Andenken bewahren und seine veröffentlichten Chorsätze werden uns immer an ihn erinnern. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Barbara Themel-Reith, stellvertretende Dekanin Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt
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