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19. Gospelgottesdienst zum Schlossgrabenfest

Interviews mit Pfarrerin Ulrike Hofmann

Unter dem Motto „Was für ein Vertrauen“ stand der Gospelgottesdienst zum Schlossgrabenfest mit der ImpulsBand. Dazu hatte Pfarrerin Ulrike Hofmann den Journalisten Jens Joachim und Philipp Wagner, Vorsitzenden der Jugendvertretung, interviewt. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse sprach von dem Vertrauen von Gott und auf Gott, mit dem man in die "verbesserliche Welt" gesandt sei.

„Ich weiß, da ist jemand“

Schlossgraben-Gospelgottesdienst zum Thema „Vertrauen“ mit der ImpulsBand aus Eberstadt

Wie steht es um das Vertrauen in unserer Gesellschaft? Beweisen nicht die Jugendlichen von „Fridays for Future“, dass sie ihr Vertrauen in die Politik verloren haben? Welchen Medien im Zeitalter von  „Fake news“ kann man noch vertrauen? Und was bedeutet es, in Gott zu vertrauen? Bereits zum 18. Mal hatten das evangelische und katholische Dekanat und der ökumenische Kirchenladen „Kirche & Co.“ gemeinsam zum Gospelgottesdienst beim Schlossgrabenfest in Darmstadt eingeladen. Dieser stand unter dem diesjährigen Kirchentagsmotto „Was für ein Vertrauen“. Das schöne Wetter lockte rund 300 Besucherinnen und Besucher am Schlossgrabenfest-Sonntag auf den Marktplatz.

Diesmal sorgte die ImpulsBand unter der Leitung von Pfarrer Walter Schneider aus der Christuskirchengemeinde Eberstadt für die musikalische Gestaltung. Sie wählte eingängige Lobpreislieder wie „Über alles“ von Könige & Priester oder die Lieder „Oceans“ und „Hosanna“ aus dem Hillsong-Repertoire aus. Neben den Gemeindeliedern „Und ein neuer Morgen“ und „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“ regte die Band mit Sängerin Sabine Wilhelm, Ulrike Dürr am Keyboard, Walter Schneider an der Gitarre, Stefan Kammer am Bass und Markus Ries am Schlagzeug auch mit „Oh happy day“ oder „This little light of mine“ zum Mitsingen an. Ulrike Hofmann, Pfarrerin im ökumenischen Kirchenladen, und Dr. Christoph Klock, stellvertretender katholischer Dekan, leiteten gemeinsam die Liturgie. Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse hielt eine Ansprache. Ehrenamtliche des Kirchenladens wirkten bei Fürbitten und hinter den Kulissen mit.

Das Thema „Vertrauen“ stand auch im Mittelpunkt der Interviews, die Ulrike Hofmann mit dem Journalisten Jens Joachim und dem Vorsitzenden der Evangelischen Jugendvertretung, Philipp Wagner, führte. Ob die Jugend ihr Vertrauen in die Zukunft verloren habe, wollte sie von dem Studenten Philipp Wagner wissen. Das verneinte der Einundzwanzigjährige, dennoch hege die Jugend schon „Misstrauen gegen die derzeitige Klimapolitik“. Er zog Parallelen zu dem Generationenkonflikt der Achtundsechziger.

„Wie steht es mit dem Misstrauen gegenüber der Presse?“, fragte Ulrike Hofmann Jens Joachim, Reporter der Frankfurter Rundschau für Darmstadt und Region. Ihm hätte in seiner zwanzigjährigen Laufbahn noch nie jemand Lüge unterstellt. Er könne jedoch umgekehrt sagen, dass ihn einzelne Politiker angelogen hätten, so Joachim. Es sei für Journalisten nicht leicht, die Wahrheit herauszufinden, es gelte Interessen abzuklopfen. „Und wie sieht es in den digitalen Medien aus?“ Im Internet sei „viel Blödsinn, aber auch viel Richtiges“ zu lesen, sagte Philipp Wagner. Jens Joachim zitierte eine Langzeitstudie, nach der Nutzer viel mehr den klassischen als sozialen Medien im Internet vertrauten, vor allem Regionalzeitungen genießen großes Vertrauen. Auch der Frage, wem sie persönlich vertrauen, stellten sich die Interviewgäste. Freunde und Familie vertraue Philipp Wagner - und Gott: „Egal ob in guten oder schlechten Zeiten: Ich weiß, da ist jemand.“ Christlich erzogen, fühle sich Jens Joachim gerade als Journalist dem zweifelnden Jünger Thomas nahe. Etwas Göttliches habe für ihn Liebe, Geborgenheit und Vertrauen von Menschen, die um ihn seien.

„Ohne Vertrauen können wir nicht zusammenleben“, begann Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse ihre Ansprache und bezog dies auf alle Bereiche wie Politik, Medien und Kirchen. Vertrauen sei ein kostbares, aber verletzliches Gut. Das Vertrauen erfahre gegenwärtig in der Gesellschaft eine Krise. Vertrauen sei nötig, aber die „Schwester des Vertrauens ist die Kritik“, so die Dekanin. Es gelte zu unterscheiden, das heißt zu prüfen, wer es gut mit einem meine und wer nicht oder wer am Gemeinwohl orientiert sei oder nur an eigenen Interessen. Jesus weise - so der Schluss des Markusevangeliums - nach seiner Auferstehung die am Tisch versammelten Jünger zurecht, weil sie der Auferstehungsbotschaft kein Vertrauen schenkten. Dann aber beauftrage er sie, in die Welt zu gehen und der ganzen Schöpfung das Evangelium zu verkündigen. Jesus traue ihnen Großes zu - trotz ihres Misstrauens. Die Jünger müssten Vertrauen neu lernen, Vertrauen in die Kraft der Auferstehung.

„Wenn ich erlebe, dass mir jemand Vertrauen schenkt, kann auch in mir Vertrauen wachsen“, so Ulrike Schmidt-Hesse. Dieses Vertrauen, das Jesus in seine Jünger setze, gelte auch den Menschen heute. Gestärkt durch dieses Vertrauen könne man sich „zögernd und tastend oder mutig und entschlossen aufmachen in die verbesserliche Welt“. „Unser Glaube braucht Zusammenkommen am Tisch und Begegnungen auf dem Weg“, so Ulrike Schmidt-Hesse. Sie ermutigte, „Botschafter und Botschafterinnen des Lebens“ zu sein und „mit Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen“.

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