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Nach Dortmund kommt Frankfurt

Abschlussgottesdienst im Signal-Iduna-Park

Mit dem Abschlussgottesdienst im BVB-Stadion ist der 37. Evangelische Kirchentag zu Ende gegangen. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung lud zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 nach Frankfurt ein. Kichentagsbeauftragter Dietmar Volke war mit einer Gruppe von 60 Personen in Dortmund. Dekanatskantor Wolfgang Kleber führte sein Oratorium „Der Himmel über Sodom“ auf.

Der Kirchentag ist mit den Abschlussgottesdiensten im BVB-Stadion und im Westfalenpark am Sonntag zu Ende gegangen. Pfarrerin Sandra Bils aus Hannover, Leiterin von "Kirchehochzwei", hielt eine engagierte, mitreißende Predigt mitten auf dem "heiligen Rasen" des Fize-Meister-Vereins und prägte den Begriff der "Gurkentruppe Gottes". Statt der gelben Wand an der Süd-Tribüne gab es eine goldene Wand auf der Ost-Tribüne mit mehr als 1000 Blechbläserinnen und Blechbläsern. Der Chor der Pop-Akademie Witten riss die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher mit modernen Kirchenliedern mit. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker rief auf, "zu handeln, Haltung zu zeigen, Mut zu haben und sich zu trauen, mit Gottvertrauen gegen Unrecht einzustehen". Kirchenpräsident Dr. Volker Jung lud zu "Banken und Bembel" und zur "Großen Eintracht" zum 3. Ökumenischen Kirchentag nach Frankfurt ein. Die künftige evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags, Bettina Limperg, rief dazu auf, als Bewegung der Laien "mutig die Ökumene voranzutreiben". Thomas Sternberg, der katholische Präsident des ÖKT, ermutigte, 2021 in Frankfurt angesichts von Widersprüchen "tragfähige Antworten zu suchen und Signale einer Ökumene aller christlichen Gemeinden und Kirchen zu setzen".

Blitzlichter von Teilnehmenden aus dem Dekanat:

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse:
„Für mich war beim Kirchentag in Dortmund ein Dreiklang prägend: Da waren zunächst bewegende geistliche Erfahrungen - Gottesdienste vor großer Kulisse mit viel Prominenz und kleinere mit spontanen Beiträgen oder auch eine sehr anregende Bibelarbeit von Prof. Aleida Assmann. Da waren die Veranstaltungen/Aktionen zum Thema Frieden, zum Beispiel im ‚International Peace Centre‘ zur Frage, um wessen Frieden und Sicherheit es bei Abkommen zur Migration zwischen afrikanischen Staaten und der EU geht. Auch hat mich am Kirchentagssamstag die 4,5 Kilometer lange Menschenkette für den Frieden durch die Stadt unter dem Motto ‚Vertraue dem Frieden und lebe ihn!‘ mit 2500 Teilnehmenden beeindruckt, bei der ich viele ganz unterschiedliche Menschen (wieder) getroffen habe. Die Forderungen lauteten: Senkung der Rüstungsausgaben, Unterzeichnung des UN-Atomwaffen-Verbotsvertrags, Stopp von Waffenexporten in Krisengebiete sowie schnelle effektive Maßnahmen zum Stopp des Klimawandels. Als Drittes ging es für mich in Dortmund auch darum, Ideen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt zu sammeln, wie zum Beispiel thematische Stadtrundgänge: In Dortmund ging es etwa um Nachhaltigkeit in einem ärmeren Viertel, im Rhein-Main-Gebiet könnte das Thema gemeinwesenorientierte Arbeit der Kirchen in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren eine Rolle spielen.“  

Pfarrer Dietmar Volke, Kirchentagsbeauftragter des Dekanats:
„Es war eine gute Zeit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Reisegruppe. Viele positive Rückmeldungen gab es auf der Rückfahrt. 40 Personen waren aus dem Dekanat Darmstadt-Stadt dabei, gut 20 aus dem Umland. Gemeinsam mit dem Dekanat Darmstadt-Land organisiere ich seit vielen Jahren die Kirchentagsfahrten. Die Teilnehmenden waren diesmal im Hotel, in Privatquartieren und in einer Schule untergebracht. Das ist individueller geworden. Gemeinsam waren wir in Gruppen beim Eröffnungs- und beim Abschlussgottesdienst, ansonsten gab es individuelle Verabredungen und selbstständige Unternehmungen auf dem Kirchentag. Ich selbst habe dabei viele spannende Begegnungen am Rande erlebt. Bei der Veranstaltung ‚Musikalische Zeitreise durch70 Jahre Kirchentag‘ konnte ich mein eigenes Leben entlang der Kirchentage Revue passieren lassen. Es kommen bei mir schon einige Jahre ‚Kirchentag‘ zusammen. Auch dieser Kirchentag war Ermutigung und Ansporn. Gegen Trägheit und Gleichgültigkeit. Den Hintern hochkriegen gegen Angst und Kleinmut. Das braucht Kirche, aber vor allem auch unsere Gesellschaft.“  

Pfarrerin Ulrike Hofmann, Referentin für Ökumene und interreligiöses Gespräch:
„Für mich ist der Kirchentag Begegnung, in Veranstaltungen, auf dem Markt der Möglichkeiten, in der Straßenbahn. Begegnung braucht es, um den Glauben in der Welt zu bezeugen, auch im interreligiösen Gespräch ist persönliche Begegnung ein wesentlicher Bestandteil für das Gelingen. Es gibt viele Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen - sich gegenseitig zu stärken und zu vergewissern, aber auch in kontroverse Diskussionen zu kommen. Die Stadt Dortmund ist für mich ein Sinnbild des Wandels. An einigen Orten ist es augenfällig: zum Beispiel gerade dort, wo aus früheren industriellen Standorten Naturoasen oder neue Stadtteile entstehen. Übertragen auf den Glauben war der Kirchentag in Dortmund auch ein Zeichen dafür, dass sich der Glaube mit den wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen verändert. Gott ist in seiner Gegenwärtigkeit immer auch ein Gott des Wandels. Das Kirchentagsmotto ‚Was für ein Vertrauen‘ war eine gute Standortbestimmung und ein starkes Zeichen, sich als Christinnen und Christen in der Welt zu zeigen. Dieses Vertrauen hat sich in  Dortmund bewahrheitet.“

Pfarrer Walter Schneider, Christuskirchengemeinde Eberstadt:
„Ich finde es toll, dass ich mir auf dem Kirchentag ganz viel moderne Kirchenmusik anhören konnte. Auf den verschiedenen Bühnen oder in Kirchen haben zu jeder Tageszeit Musikgruppen gespielt, von Sacropop bis Gospel- oder auch Worship-Musik. Besonders beeindruckend fand ich die Aufführung des neuen Musicals ‚Martin Luther King‘ in der Westfalenhalle mit tollen Solisten, Musikern und einem Chor von 2000 Stimmen.“

Pfarrerin Anita Gimbel-Blänkle, Stadtkirchengemeinde Darmstadt, Stabsstelle Chancengleichheit EKHN:
„Mein ganz persönliches Highlight war die Veranstaltung ‚Ich bin fremd gewesen und ihr habt mich aufgenommen‘ mit Dr. Mukwege und Adel Tawil, dessen Musik mich die letzten Jahre biographisch begleitet und stark berührt hat. Die Musik inmitten von tausenden von Menschen auf dem Hansaplatz zu hören, war für mich ganz besonders bewegend. Beruflich war der Besuch im Regenbogenzentrum ein Highlight- die Veranstaltungen dort proppenvoll und die EKHN-Broschüre ‚Zum Bilde Gottes geschaffen‘, an der ich als Referentin für Chancengleichheit mitgearbeitet habe, war heiß begehrt. Wir können etwas bewegen! Und dann gab es da noch den Tango-Gottesdienst in den Räumen einer Krankenkasse: einfach phantastisch! Mit Tango tanzen und ganz wunderbaren und starken Texten zum Thema Führung und Hingabe.“

Pfarrer Stefan Hucke, Petrusgemeinde Bessungen:
„Der Kirchentag brachte eine Verbindung von ganz aktuellen Fragen ‚Wie sieht die Stadt der Zukunft aus‘ – ‚Wie kann positiv Einfluss auf unsere gesellschaftliche Entwicklung genommen werden?‘ mit Grundfragen des christlichen Glaubens, die mich überzeugt hat. Ein Glaube, mitten in der Welt, aber 'nicht immer von dieser Welt', das war für mich das große Angebot, mitten im Ruhrgebiet, einer Region mit vielen Chancen und Aufbrüchen, aber auch gezeichnet von großen Gegensätzen und großem Förderbedarf.“

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