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Kantategottesdienst und Jahresempfang des Evangelischen Dekanats Dreieich

Das Christentum als Botschaft eines Gescheiterten

Stephanie Kunert, Evangelisches Dekanat DreieichRund 80 Sängerinnen und Sänger aus den Kirchengemeinden des Dekanats – hier dirigiert von Kantorin Claudia von Savigny und begleitet von den Kirchenmusikerinnen Gabriele Urbanski am Piano sowie Elvira Schwarz am Cajon – erfüllten die Evangelisch-Reformierte Kirche am Marktplatz in Neu-Isenburg mit vollem Klang.

„Ich glaube an die Auferstehung und dass Gott ins Leben eingreift“, stellte Manuel Herder zu Beginn seiner Predigt am Sonntag Kantate fest. Der Verleger war der Einladung des Evangelischen Dekanats Dreieich zum traditionellen Festgottesdienst in die Evangelisch-Reformierte Kirche am Marktplatz in Neu-Isenburg gefolgt.

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In seiner Ansprache widmete sich der Unternehmer der Apostelgeschichte. Die Menschwerdung Gottes, so Herder, sei der zentrale Eingriff Gottes in die Weltgeschichte. „Er manifestiert sich als Mensch, verkündet eine Botschaft und muss dafür sorgen, dass diese Verbreitung findet“, fuhr er fort. Die Apostelgeschichte erzähle von einem Wunder: „Die Botschaft eines Gescheiterten setzt sich durch – das hätte ohne die Auferstehung nicht geschehen können“, ist er überzeugt. Diese bilde die Voraussetzung für die Verbreitung des Christentums von der Untergrundsekte zur Staatsreligion.

Er verwies zudem auf das Revolutionäre von Christi Botschaft, dass jeder Mensch gleich viel wert ist, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und gesellschaftlichem Status. „In Zivilisationen nicht christlicher Prägung wurden Menschen je nach Stellung in der Gesellschaft, ihrem Geschlecht und jeweils geltenden Moralvorstellungen unterschiedliche Rechte zugestanden“, fuhr er fort. Indem er das Recht auf absolute und gleiche Würde eines jeden Menschen über die Gesetze gestellt habe, habe Jesus die Gesetze gleichsam aufgehoben oder zumindest dem Gebot der Nächstenliebe untergeordnet.

Seit 1999 geschäftsführender Gesellschafter, leitet Herder den traditionsreichen deutschen Verlag in sechster Generation. Herder, Jahrgang 1966, ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt mit seiner Familie im Schwarzwald. Neben seinem unternehmerischen Engagement hat er sich auch einen Namen als Autor gemacht und unter anderem das Buch „Ein Wort zum lieben Gott – 50 Einsichten und Ansichten über das Leben“ herausgebracht.

Der vierte Sonntag nach Ostern wird vielerorts als Gottesdienst mit musikalischem Schwerpunkt begangen und soll so die Freude über die Auferstehung zum Ausdruck bringen. „Kantate“ heißt übersetzt: „Singet!“ Und so genossen die zahlreichen Besucher einen musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst, der von rund 80 Musikern und Sängern aus den Gemeinden des Dekanats gemeinsam unter der Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie der nebenamtlichen Chorleiter Dieter Kerz, Sandra Macholdt und Carola Röder und begleitet wurde.

Beteiligt waren der Evangelische Posaunenchor der Johannesgemeinde Neu-Isenburg unter der Leitung von Torsten Irion, die evangelischen Kirchenchöre aus Egelsbach und Langen, der Johannesgemeinde Neu-Isenburg, der Dreieichenhainer Burgkirchengemeinde, der Gospelchor der Sprendlinger Erasmus-Alberusgemeinde sowie die Götzenhainer Kantorei. Zusammen erfüllten die Musizierenden die Kirche am Marktplatz mit vollem Klang. Frauke Grundmann-Kleiner, Präses der Dekanatssynode, und Dekan Reinhard Zincke gestalteten gemeinsam die Liturgie. Die Kollekte kommt der kirchenmusikalischen Arbeit der Landeskirche zugute.

Zur Vorbereitung der Musikstücke fand am Vortag erneut ein Probentag statt. „Es freut uns, dass wir damit wieder etliche Sängerinnen und Sänger ansprechen konnten, die nicht in einem Chor singen“, sagt Dekanats-Kantorin Claudia von Savigny. So nutzten etliche Interessierte diese Möglichkeit, die Chorwerke zu erlernen. Aufgrund der ungebrochen hohen Resonanz wollen die Kirchenmusikerinnen dieses Angebot auch zukünftig aufrechterhalten.

In ihrer Einladung zum anschließenden Jahresempfang gingen Präses Frauke Grundmann-Kleiner und Dekan Reinhard Zincke auf das aktuelle Jahresthema „Abschied und Neuanfang – Veränderung gestalten“ ein. „Mit Veranstaltungen zu aktuellen Fragen wollen wir Menschen miteinander ins Gespräch bringen, Foren bieten, ihre Meinungen – auch kontrovers – auszutauschen und so zur demokratischen Willensbildung beitragen“, erläuterte die Präses. Damit leiste die evangelische Kirche angesichts antidemokratischer Entwicklungen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Im Weiteren gingen sie auf die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte im evangelischen Dekanat ein, auch auf den Zusammenschluss der beiden Dekanate Dreieich und Rodgau ab 2021. Mit Bezug auf die neue Studie zur Mitgliederentwicklung der beiden großen Kirchen stellte Zincke fest, dass in vielen Bereichen die Herausforderung einer kleiner werdenden Kirche angenommen und konstruktiv gestaltet werde. In den nächsten Jahren müsse weiterhin der Schwerpunkt auf der Konzentration und Bündelung der Kräfte liegen. „Darüber hinaus wird es notwendig sein, dass evangelische und katholische Kirche noch enger zusammenarbeiten und öffentlich das gemeinsame Zeugnis in den Mittelpunkt stellen“, ist er überzeugt.

Bereits eingangs hatten Präses und Dekan die Gelegenheit genutzt, sich bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden zu bedanken. „Die kirchliche Arbeit in unserem Dekanat ist lebendig, kreativ und farbenfroh“, stellte Zincke fest. „Es macht Spaß und Freude, dies mitzuerleben, danke für Ihr vielfältiges Engagement!“

Impressionen vom Dekanats-Jahresempfang gibt's auf www.facebook.com/EvangelischesDekanatDreieich

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