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Dekanin ist wiedergewählt

DekanatWiederwahl der Dekanin

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse ist von der Dekanatssynode am Freitag wiedergewählt worden. Präses Carin Strobel gratulierte als Erste und überreichte Blumen. Zuvor hatte die Dekanin in ihrer Ansprache Schwerpunktthemen für die weitere Amtszeit genannt, bei allem solle die Haltung von "Vertrauen, Mut und Mitgefühl" leiten. Es gelte, "gegen alle Formen von Menschenfeindlichkeit einzutreten".

„Visionärin, Strategin, Brückenbauerin“
Ulrike Schmidt-Hesse als Dekanin in Darmstadt von der Synode wiedergewählt

Ulrike Schmidt-Hesse ist von der Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt als Dekanin wiedergewählt worden. Die Synode tagte am Freitag im Stiftssaal des Agaplesion Elisabethenstifts. Seit 2014 ist Pfarrerin Ulrike Schmidt-Hesse in Darmstadt im Amt, die Wiederwahl stand ein Jahr vor Ablauf der sechsjährigen Amtsperiode an. Die neue Amtszeit läuft bis zur Neuwahl eines Dekans oder einer Dekanin der fusionierten Dekanate Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land 2022.

Vor der Wiederwahl begründete Pröpstin Karin Held den Wahlvorschlag der Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie berichtete von Gesprächen im Personalausschuss der Kirchenleitung, mit dem Dekanatssynodalvorstand (DSV) und den Pfarrerinnen und Pfarrern des Dekanats. Die Arbeit von Ulrike Schmidt-Hesse sei „sehr gewürdigt“ worden. Im DSV sorge sie stets für ein „gutes Arbeitsklima“, sie sei „engagiert, sachlich, immer sehr gut vorbereitet, begeisterungsfähig“, so die Pröpstin. Als „Visionärin und Strategin“ habe man die Dekanin ihr gegenüber bezeichnet, die „Raum für Verschiedenheit“ lasse. Die Pfarrerinnen und Pfarrer schätzten ihr Vertrauen, ihre Verlässlichkeit, ihre Unterstützung der Gemeinden, auch ihre Konfliktfähigkeit und ihre ökumenischen Erfahrungen, die sie in ihre Arbeit einbringe. Darum werde sie auch als „Brückenbauerin“ gesehen.

Es folgte eine engagierte Ansprache der Dekanin, der sie das Bibelzitat „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: Nichts anderes als Gerechtigkeit üben, Güte lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott.“ (Micha 6,8) voranstellte. Die Hoffnung auf Gottes neue Welt, die kommen werde und schon jetzt existent sei, fordere sie heraus und ermutige sie in ihrem Dienst als Dekanin in Darmstadt. Es gehe in Kirche um eine dieser Hoffnung entsprechende Lebenspraxis. Im Blick auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen in der Stadt gebe es eine Vielfalt von Angeboten im Dekanat. „Meine Aufgabe sehe ich darin, die Zusammenarbeit strategisch zu entwickeln und die Akteurinnen und Akteure zu unterstützen, zu beraten, zu vernetzen“, sagte die Dekanin. Leitung bedeute für sie theologisch-geistlich zu orientieren, zu führen und zu steuern. Wichtig sei ihr, „dabei klar zu sein und profiliert, kommunikativ und partizipativ, zugewandt, offen und fair in Konflikten“. Eine schöne Aufgabe sei es, in einer „kleinen, größer werdenden Großstadt mit einer Fülle von richtig guten Angeboten und vielen engagierten Menschen, in dieser pluralen Stadtgesellschaft - mittendrin - kirchliches Leben verantwortlich mitzugestalten und so den christlichen Glauben zu bezeugen“, so die Dekanin.

Sie blickte zurück auf die vergangenen fünf Jahre ihrer ersten Amtszeit, auf Personalgespräche, Predigtreihen, Stellenpläne, Konzeptionen, auf das Reformationsjubiläum, die Vorbereitung der Fusion mit dem Nachbardekanat und die Arbeit für und mit Geflüchteten. Als Herausforderungen, denen sie sich auch künftig stellen wolle, nannte sie den Mitgliederrückgang, Hass und Gewalt gegen Menschen, die als ‚anders‘ definiert werden, die Klimakrise und die drohende Spaltung der Gesellschaft. „Wir brauchen Positionierung, Solidarität und Dialog“, so die Dekanin. Sie verurteilte Antisemitismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit und sagte: „Einstehen für Demokratie und Weltoffenheit, für Gerechtigkeit und Frieden, das gehört für mich zu meiner Existenz als Christin und Bürgerin und zu meiner Aufgabe als Dekanin.“ Ihrem Ausblick auf die kommende Amtszeit stellte Ulrike Schmidt-Hesse voran, dass es auch um „Haltungen“ gehe: „Für mich ist im Blick auf die aktuellen Herausforderungen zentral, dass uns Vertrauen, Mut und Mitgefühl leiten.“ Es gelte auch in Zukunft, Kirche mit und für andere zu sein, eine offene und öffentliche Kirche, und in diesem Sinne Volkskirche zu bleiben.

Unter die Überschriften Präsenz, Reflexions- und Experimentierräume und Kommunikation stellte sie die Perspektiven für ihre kommende Amtszeit: am Leben der Menschen teilnehmen und die Botschaft von Jesus Christus in Wort und Tat so verkünden, dass der Glaube für sie als relevant erlebt wird; Seelsorgeangebote noch bekannter machen; Schwerpunktbildung, Kooperation und Entlastung angesichts weniger werdender Ressourcen; Räume zum Nachdenken und Vordenken über die Kirche der Zukunft schaffen. Auch die Kommunikation weiter zu verstärken, nannte die Dekanin als Ziel für die Zukunft. Präses Carin Strobel gratulierte der Dekanin als Erste zur Wiederwahl, die mit 38 von 42 Stimmen erfolgt war, und überreichte Blumen. Auch Dekan Arno Allmann vom Evangelischen Dekanat Darmstadt-Land war mit einem Geschenk gekommen.

Der Tagung ging ein Gottesdienst mit Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse in der Stiftskirche voran. Hier wurden als neue Mitarbeiter und Verantwortliche des Dekanats eingeführt: Pfarrer Frank Briesemeister als Mitglied des Dekanatssynodalvorstandes, Daniel Jünger als Leiter der Dekanatsbauabteilung und Michael Müller-Möscheid als Geschäftsführer der Dekanatsträgerschaft Kindertagesstätten. Verabschiedet wurde Pfarrer Dr. Gerhard Schnitzspahn, der als Mitglied des Dekanatssynodalvorstandes ausgeschieden ist.

Nach der Wiederwahl stand der Investitionshaushalt des Dekanats auf der Tagesordnung, den Freiherr Ernst von Ledebur vorstellte. Darunter nannte der Vorsitzende des Dekanatsbauausschusses etwa die Renovierung der Fassade der Johanneskirche und den  barrierefreien Umbau der Pauluskirche als große Posten. Die Synode beschloss den Investitionshaushalt in Höhe von 1,6 Millionen Euro einstimmig. Auch der Investitionshaushalt für die Pfarrhäuser im Umfang von 41.587 Euro wurde beschlossen. Pfarrer Dr. Raimund Wirth berichtete über die Dekanatsträgerschaft Kindertagesstätten, die 2018 im Dekanat eingerichtet wurde. Ihr gehören elf Kitas mit insgesamt 1000 Plätzen und 250 Mitarbeitenden an. Hier wurde eine Satzungsänderung beschlossen.

Zudem wurde der stellvertretende ehrenamtliche Präses der Dekanatssynode neu gewählt: Dr. Rainer Hoffmann löst Jürgen Gruß ab, der aus beruflichen Gründen die Stellvertretung von Präses Carin Strobel abgegeben hat. Bernd Klebl von der Friedensgemeinde wurde als neues stellvertretendes Mitglied in den Trägervorstand Kindertagesstätten gewählt. Für den Arbeitsbereich Kirchentag wurde Pfarrerin Barbara Themel-Reith neu beauftragt, die den langjährigen Kirchentagsbeauftragten Pfarrer Dietmar Volke ablöst. Für die Prüfung der Jahresrechnung für die in der Trägerschaft des Dekanats befindlichen Kindertagesstätten wurde Elke Hoinkis von der Stadtkirchengemeinde beauftragt. Joachim Keidl stellte sich als neuer Mitarbeiter vor, der den Fusionsprozess der Dekanate Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land in der Verwaltung begleitet. Präses und Dekanin gaben abschließend ihre Berichte ab. Die Dekanin dankte der Synode für die Wiederwahl und das Vertrauen: "Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit."

Zur Person Ulrike Schmidt-Hesse:
Die Dekanin leitet das Dekanat gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Dekanatssynodalvorstandes. Dabei ist sie insbesondere für die theologische Dimension der Leitung verantwortlich. Sie ist für die Dauer von sechs Jahren gewählt und repräsentiert die Kirchenleitung vor Ort. Zu ihren Aufgaben gehört die Dienstaufsicht über die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Beratung der Kirchengemeinden und Einrichtungen im Dekanat. Gemeinsam mit der Präses vertritt die Dekanin die Evangelische Kirche im Dekanatsgebiet, pflegt Kontakte mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Verbänden und Institutionen und ist insbesondere auch für die Beziehungen zur Öffentlichkeit sowie politisch Verantwortlichen zuständig.

Ulrike Schmidt-Hesse, geboren 1957, wuchs in Rheinhessen auf. Sie studierte Evangelische Theologie und Erziehungswissenschaft in Frankfurt am Main und Marburg. Nach dem Vikariat in Wiesbaden und in Sheffield (Großbritannien) war sie sechs Jahre als Gemeindepfarrerin, danach als Regionalbeauftragte für Mission und Ökumene im Rhein-Main-Gebiet tätig. Von 2000 bis 2006 arbeitete sie als Studienleiterin am Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Frankfurt. 2006 wechselte sie nach Stuttgart zur Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), wo sie die Programmabteilung leitete. Seit 1. Dezember 2014 ist sie Dekanin in Darmstadt. Ulrike Schmidt-Hesse hat über viele Jahre in ökumenischen und zivilgesellschaftlichen Initiativen und Netzwerken auf regionaler und internationaler Ebene mitgearbeitet. Gegenwärtig ist sie außer in ihren vielfältigen Aufgaben in Kirche und Stadt in Darmstadt auch in der Evangelischen Akademie und im Klimaschutzbeirat der EKHN sowie im Stiftungsvorstand der EMS engagiert.

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