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Europagottesdienst: Wege zum anderen

Kurzerhand ins Trockene verlegt wurde der Europagottesdienst im "HUB 31", dem städtischen Technologie- und Gründerzentrum. Rund 100 Gäste nahmen teil. Die Pfarrerinnen Ulrike Hofmann und Sylvia Richter und Pfarrer Dr. Klock leiteten die Feier, bei der Degationen aus den Darmstädter Partnerstädten symbolisch Steine aus ihren Heimatländern zu einem Weg in Beton setzten.

Wege zum Anderen

Europa-Gottesdienst mit Gästen aus den Partnerstädten Darmstadts

Ein Stein nach dem anderen wird in den frischen Beton gedrückt. Am Ende ergibt sich ein Kreis aus zehn verschiedenen Pflastersteinen, kleinen und großen, behauenen und belassenen, angeordnet wie ein Weg, der zueinander führt. Jede Delegation der Partnerstädte Darmstadts, die zum Europa-Wochenende gekommen war, hatte einen Stein aus ihrem Heimatland eigens für diesen Gottesdienst mitgebracht.

Im Rahmen der Liturgie brachten jeweils Vertreterinnen und Vertreter der Delegationen ihren Stein nach vorn, sprachen ein kurzes Gebet und ließen diesen von Bernd Lülsdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Darmstadt, der sich die Aktion ausgedacht hatte, in den frisch angerührten Beton mit Hammer und Handschuhen einlassen. Dazwischen sangen die mehr als 100 Gottesdienstbesucherinnen und -besucher das israelische Friedenslied „Shalom chaverim“. Neben den Gästen aus Gyönk (Ungarn), Troyes (Frankreich), Chesterfield (England), Graz (Österreich), Plock (Polen), Freiberg (Sachsen), Saanen (Schweiz), Ushgorod (Ukraine) und Liepaja (Lettland) brachte auch Oberbürgermeister Jochen Partsch einen Stein aus Darmstadt nach vorn und sprach ein Gebet für Frieden in Europa. Auch Bürgermeister Rafael Reißer, Sozialdezernentin Barbara Akdeniz, Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse sowie Mitglieder aus den ACK-Gemeinden nahmen an dem Gottesdienst teil.

Die Feier, die ursprünglich unter freiem Himmel geplant war, musste kurzfristig ins Trockene verlegt werden. So begrüßte ein Handorgel-Duo aus der Schweizer Partnerstadt Saanen die Gottesdienst-Gemeinde im "HUB 31", dem städtischen Technologie- und Gründerzentrum, mit Volksweisen aus ihrer Heimat. Dr. Christoph Klock, stellvertretender Dekan des Katholischen Dekanats Darmstadt, hieß die internationalen Gäste willkommen, Pfarrerin Sylvia Richter, ACK-Mitglied und Hospizpfarrerin, übersetzte auf Englisch und gestaltete die Liturgie gemeinsam mit Dr. Christoph Klock. Von den Liedern wurden jeweils Strophen in verschiedenen Sprachen gesungen, begleitet vom evangelischen Dekanatsposaunenchor unter der Leitung von Karin Schiller.

In ihrer Predigt sagte Ulrike Hofmann, Pfarrerin für Ökumene und interreligiöses Gespräch im Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt, dass Gott nicht Halt mache an nationalen Grenzen: „Ganz im Gegenteil: Der Glaube an Gott verbindet die Menschen über Grenzen hinweg.“ Biblische Geschichten zeugten davon: „Wer auf Gott vertraut, kann sich gut auf den Weg machen.“ Bedeutsam sei auch die Haltung, die man beim Unterwegssein einnehme: „Die Weisheit Gottes ist es, die unsere Schritte in die richtige Richtung lenkt.“ Jesus Christus habe vorgelebt, wie man miteinander umgehen solle, so Ulrike Hofmann. Seine Nächstenliebe habe allen gegolten: Freunden und Fremden, „Gewalt, Hass und Missgunst lehnte er ab. In seinen Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft hat Jesus aufgezeigt, dass alle unter der Liebe Gottes stehen.“ So forderte Pfarrerin Ulrike Hofmann auf, sich nach Jesu Vorbild auf den Weg zum und zur anderen aufzumachen, den anderen und die andere kennenzulernen, dies schaffe „die Voraussetzung für eine solidarische Gemeinschaft, für ein gutes Miteinander“. Die Weisheit Gottes befähige Menschen zu Glück, Frieden und Gerechtigkeit.

Am Ende sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam das Vaterunser jeweils in ihrer Muttersprache. Der Gottesdienst war Teil des städtischen Programms des Europa-Wochenendes. Es schloss sich ein Grenzgang unter der Leitung von Oberbürgermeister Jochen Partsch an.

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