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Wahlaufruf der Protestantischen Partnerkirchen

„Für unsere Zukunft in Europa“

Mediterranean HopeAuch das gehört zur europäischen Wirklichkeit: Für Flüchtlinge hat sich das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat zusammen mit ihren europäischen Partnerkirchen in Italien, Polen und Tschechien Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an den Europawahlen vom 23. bis 26. Mai zu beteiligen.

In einem gemeinsamen Appell betonen die evangelischen Kirchen, dass sie die „kulturelle, konfessionelle und religiöse Vielfalt Europas als eine Stärkung und als Garant für den jahrzehntelangen Frieden in Europa“ verstehen. Die Wahlen seien eine „wichtige Richtungsentscheidung zur Zukunft der Europäischen Union“. Das gemeinsame Papier mit dem Titel „Für unsere Zukunft in Europa“ sieht zudem in dem bei kirchlichen Partnerschaften geltenden Prinzip der „versöhnten Verschiedenheit“ ein Zukunftsmodell für die Europäische Union.

Europa als Chance für viele

Nach Worten des Aufrufs ist die EU eine Gemeinschaft, „die es in einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt zu erhalten und auszubauen gilt“. Sie sichere neben „ökonomischen Freiheiten“ auch die „Grundrechte der EU-Bürger“. Dazu gehörten etwa die Meinungs- und Religionsfreiheit sowie Minderheitenrechte. Zudem könnten gerade junge Menschen von den vielfältigen Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten profitieren. „Wir benötigen nicht weniger, sondern mehr intensiven sprachlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch in der EU“, so der protestantische Appell weiter.

EU derzeit in tiefer Krise

Gleichzeitig attestieren die evangelischen Kirchen aber auch einen erheblichen Veränderungsbedarf in der EU. „Trotz vieler positiver Entwicklungen und Errungenschaften erlebt die EU eine der tiefsten Vertrauenskrisen seit ihrem Bestehen. Diese Krise nehmen wir sehr ernst!“, schreiben die Kirchen. Dazu gehörten der „bevorstehende Brexit, die Staatsschulden- und Finanzkrise, anhaltende Arbeitslosigkeit gerade junger Menschen, Nationalegoismus, Korruption und Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten“. Entwicklungen im globalen Kontext, wie etwa Weltfinanzkrisen, Digitalisierung, Umwelt- und Ressourcenübernutzung, aufflammende Krisen- und Kriegsherde sowie große Migrations- und Fluchtbewegungen seien ebenfalls Herausforderungen. Viele der damit verbundenen Probleme ließen sich nur gemeinsam und nicht allein nationalstaatlich bewältigen, erklären die evangelischen Kirchen.

Europa-Engagement der Partnerkirchen

Das „protestantische Partnernetzwerk“ in Europa erlebe die ökumenische Zusammenarbeit als große Chance aber auch als Herausforderung, unterschiedliche Traditionen und historische Erfahrungen zusammenzudenken, so die Kirchen weiter. Wesentlich stärker als bestehende Unterschiede sei aber das „durch den gemeinsamen christlichen Glauben von uns allen geteilte Wertefundament“, heißt es in dem Aufruf. „Wir sind davon überzeugt, dass der Ansatz der ‚versöhnten Verschiedenheit‘, der verschiedene christliche Konfessionen zueinander geführt hat, die Basis einer gemeinsamen europäischen Vision sein kann“, erklären die Kirchen abschließend.

Wahlaufruf auch für weitere Kirchen offen

Unterzeichnet ist der Wahlaufruf unter der Überschrift „Für unsere Zukunft in Europa“ zunächst von dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, dem Moderator der Methodisten- und Waldenserkirchen in Italien, Eugenio Bernardini, dem Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, Daniel Ženatý, dem Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen, Jerzy Samiec, sowie dem Bischof der Evangelisch-Reformierten Kirche in Polen, Marek Izdebski. Weitere Kirchen sind darüber hinaus eingeladen, sich der Erklärung anzuschließen.

Den Wortlaut des Wahlaufrufs „Für unsere Zukunft in Europa“ finden Sie hier

 

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