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Veranstaltung zum Gedenken an die Toten an europäischen Außengrenzen fällt aus

Seebrücke Darmstadt

Die Veranstaltung zum Gedenken an die Toten an den europäischen Außengrenzen unter dem Titel „…die im Dunkeln sieht man nicht“, die für den Volkstrauertag geplant war, musste ausfallen. Das Gedenken aber bleibt. Der Trägerkreis lud ein, an diesem Tag eine Kerze ins Fenster zu stellen und persönlich der Opfer unter den Geflüchteten zu gedenken.

„…die im Dunkeln sieht man nicht“
Absage der Veranstaltung zum Gedenken an die Toten an den Europäischen Außengrenzen
Geplant für Sonntag, 15. November, Volkstrauertag, im Justus-Liebig-Haus

Die Veranstaltung zum Gedenken an die Toten an den europäischen Außengrenzen unter dem Titel „…die im Dunkeln sieht man nicht“, die für Sonntag, 15. November, 17 Uhr, in und vor dem Justus-Liebig-Haus geplant war, ist wegen der Corona-Einschränkungen abgesagt worden. Zum vierten Mal hatte ein Trägerkreis aus kirchlichen Einrichtungen und säkularen Gruppen zu der öffentlichen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag eingeladen. „Der Schutz unserer Mitmenschen vor Corona liegt uns am Herzen“, teilen die Veranstalter mit, „unsere Trauer und unsere Empörung über die Missstände an den EU-Außengrenzen aber bleibt.“ Der Trägerkreis lädt ein, an diesem Tag eine Kerze ins Fenster zu stellen und persönlich der Opfer unter den Geflüchteten zu gedenken.

Bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung sollte die Seenotrettung im Mittelpunkt stehen. Geplant waren die Ausstellung „Warum #LeaveNoOneBehind“ von Borderline-Europe e. V., Redebeiträge zur Seenotrettung, eine Videovorführung von Ubuntu Passion Art Frankfurt, musikalische Untermalung durch die Jugendmusikgruppe navdem und das stille Gedenken mit einer Kerzenzeremonie.

Allein seit Januar 2014 sind nach UN-Angaben 20.502 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, im Mittelmeer ertrunken (Stand 11. Oktober 2020). Seebrücke Darmstadt, Interreligiöser Arbeitskreis, Koordinationskreis Asyl Darmstadt, Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt, Katholisches Dekanat Darmstadt, Antirassistische Gruppe Internationale Solidarität, pax christi Darmstadt, Ägyptischer Verein sowie Halima aktiv für Afrika e.V. haben sich zu einem Trägerkreis zusammengeschlossen, um öffentlich der Gestorbenen zu gedenken. Dazu haben sie bewusst den Volkstrauertag gewählt. Sie erklären: „Wir trauern um die Toten, die uns in den Medien nur als Zahlen entgegentreten, es sei denn das Bild eines gekenterten Flüchtlingsbootes rüttelt uns vorübergehend auf. Wir trauern um die Menschen, die am ‚Fuße unserer Festung Europa‘ auf der Suche nach Sicherheit zu Tode kommen.“  

Der Trägerkreis ist sich einig: Niemand steige leichtfertig in ein nicht seetüchtiges Boot. Anstatt die Verzweifelten aus Seenot zu retten, setze die EU auf Abschreckung, illegale Push-Backs und dulde brutales Vorgehen aus Libyen. Geflüchtete, die es trotz allem nach Europa geschafft haben, würden unter oft menschenunwürdigen Bedingungen in Massenlagern in Südeuropa festgehalten. Eine solidarische Aufnahme und Verteilung der Geflüchteten durch die EU sei nicht in Sicht. Auch Deutschland könne mehr zur Rettung von Menschen im Mittelmeer und aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Italien und Griechenland beitragen. „Wir möchten für ein stärkeres Maß an Humanität sensibilisieren und damit den innergesellschaftlichen Sinn für das Gemeinwohl stärken“, so der Trägerkreis. Daher fordert er: eine zivile europäische Seenotrettung, sichere und legale Zugangswege nach Europa, Schutz und Bleibeperspektiven für Geflüchtete.

Kontakte und Mitarbeit sind möglich bei Kokas, E-Mail: info@asylkreis-darmstadt.de, Seebrücke, E-Mail: darmstadt@seebruecke.org und Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt, E-Mail: pia.maute@ekhn.de

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