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Gute Vernetzung bei 2. Engagementbörse zur Flüchtlingshilfe

Viele gute neue Kontakte gab es bei der zweiten Engagementbörse für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe im Offenen Haus. Die Schirmherrinnen Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz hatten diese gemeinsam eröffnet (Bild). 14 Organisationen und Initiativen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe stellten ihre Projekte und Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements vor.

Viele neue Kontakte hat die zweite Engagementbörse für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe im Offenen Haus ermöglicht. Das berichten die 14 Organisationen und Initiativen, die ihre Projekte und Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements hier vorgestellt haben. Diesmal fuhr sogar der "Rollende Farbraum", eine integrative Kunst-Initiative für Flüchtlingskinder aus Eberstadt, vor. Sowohl für Ehrenamtliche als auch für die Veranstaltenden selbst bot die Engagementbörse, die vom Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt und der Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam zum zweiten Mal organisiert wurde, gute Gelegenheit zu Information und Vernetzung.

Zwar waren diesmal weniger Ausstellende als im Vorjahr dabei, dennoch ist „die Arbeit nicht weniger geworden“, sagt Sarah Knöll, vom Projekt- und Freiwilligenmanagement in der Arbeit mit Geflüchteten des Dekanats. Es gebe immer noch „sehr viele engagierte Helfer in der Stadt“, die durch die Börse zusammengeführt werden sollten. Vieles gehe leichter, wenn man voneinander wisse und zusammenarbeite, so Knöll.

Neben der Vernetzung diente die Börse auch der Suche neuer ehrenamtlicher Mitarbeitender, der Bedarf ist weiterhin groß, ob bei der Begleitung im Alltag, bei Hausaufgaben oder Arztbesuchen oder bei Sprachkursen. Zahra Naraghiahmadi, eine junge Iranerin, engagiert sich selbst in der Flüchtlingshilfe. Vor gut einem halben Jahr kam sie mit ihrem Mann Hadi Janeimirzaei nach Darmstadt, wohnte zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung Michaelisdorf. Hier hat sie Yasmin Chaouli vom Roten Kreuz kennengelernt, die hier die ehrenamtlichen Dienste koordiniert. „Ich habe so viel Hilfe erfahren“, sagt die junge Frau, die jetzt mit ihrem Mann in einem Familienheim lebt, „ich möchte gern etwas zurückgeben.“ Die beiden leiten jetzt Sportangebote für Flüchtlinge im Michaelisdorf. Er trainiert Fußball und Volleyball, sie gibt Fitness und Tanz. „Ich würde gern noch mehr machen“, sagt Zahra Naraghiahmadi.

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, die wie schon im Vorjahr gemeinsam mit Sozialdezernentin Barbara Akdeniz die Schirmherrschaft für die Engagementbörse übernommen hat, dankte allen Ehrenamtlichen, die sich zum Teil schon über viele Jahre in der Flüchtlingsarbeit in Darmstadt engagieren. Auch im Kirchenasyl, wo zurzeit in mehreren GemeindenSchutzsuchende vor Abschiebung bewahrt werden. Die Arbeit mit Geflüchteten habe sich verändert. Sei es etwa vor zwei Jahren vor allem um die Hilfe beim Ankommen gegangen, stünden jetzt Begleitung und Integration im Vordergrund. Hier seien die Rahmenbedingungen wichtig, so Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse. Die Vereinbarungen hierzu im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD halte sie für unzureichend. Die Familienzusammenführung gehöre für sie zur Integration dazu. Das Thema Sprache bleibe nach wie vor wichtig, aber auch Wohnung, Ausbildung und Arbeitsplatz. Viele Ehrenamtliche nähmen hier auch Qualifikationsangebote wahr. In diesem Jahr bieten etwa die Evangelischen Dekanate Darmstadt-Stadt und Vorderer Odenwald gemeinsam eine Fortbildung für Ehrenamtliche zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt an. Die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Flüchtlingshilfe sei manchmal schwer, sie reiche vom „Teilen trauriger Lebensgeschichten bis hin zu wunderbaren Erfahrungen von Freundschaften“. Wichtig sei, dass die Engagierten in ihrem anspruchsvollen Dienst auch selbst Unterstützung erlebten.

Für Barbara Akdeniz ist die Engagementbörse eine gute Möglichkeit für „Menschen, die aktiv werden wollen, anzudocken“. Die Arbeit bereits Engagierter gehe „weit über das Klischee von ein bisschen helfen hinaus“. Sie sei Beziehungs- und Begegnungsarbeit, Unterstützung und Begleitung. Man brauche hier außerdem mehr denn je „eine politische Haltung“. Akdeniz dankte den Freiwilligen für ihre anspruchsvolle Aufgabe und dass sie sich „auf die Menschen mit ihren Ängsten und Unsicherheiten eingelassen“ hätten. Sie kritisierte die „rechtlich komplett unverständliche Situation“ des Dublin-Verfahrens und nannte als Beispiel den Fall eines 23 Jahre alten Syrers, dessen Eltern und Geschwister in Darmstadt lebten und der nun abgeschoben worden sei, weil er über Italien eingereist sei. „Das macht mich wütend, ich könnte heulen, das sind gravierende Fehler“, so die Sozialdezernentin, „und wir sind politisch dagegen machtlos.“ Hunderte von Geflüchteten hätten zudem gegen Ablehnungsbescheide Widerspruch eingelegt und warteten nun auf Gerichtsentscheidungen. Sie machte den Ehrenamtlichen Mut und dankte, dass „Sie immer noch da sind und zupacken und damit eine gute Integrationspolitik in Darmstadt unterstützen“. Dies mache Weltoffenheit aus.

Sarah Knöll, Freiwilligenmanagerin in der Arbeit mit Geflüchteten im Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt, und Ehrenamtskoordinatorin Katharina Moosbauer vom Freiwilligenzentrum Darmstadt haben die Börse federführend organisiert. Ob diese im nächsten Jahr im selben Format ein drittes Mal stattfinden wird, wissen die beiden Organisatorinnen noch nicht. Sie erwägen eine Neuauflage im Workshop-Konzept und eine zusätzliche Vernetzung mit Ämtern und Behörden.

Teilgenommen haben Ägyptischer Verein, Akademie 55plus, Asylkreis Kranichstein, BAFF-Frauen-Kooperation, Begegnungscafé Eberstadt, Büro für Sozial- und Wohnberatung, Deutsches Rotes Kreuz in Hessen Volunta, DRK – Kreisverband-Stadt, Ev. Martin-Luther-Gemeinde, Koordinationskreis Asyl Darmstadt, Kooperation Asyl, Offener Treff Waldkolonie/Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg und der Rollende Farbraum Eberstadt

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