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Jugendkulturarbeit in Corona-Zeit

Kai Schuber-SeelKai Schuber-Seel

Die Jugendkulturarbeit in der *huette war gerade gut angelaufen. Kai Schuber-Seel hatte schon viel in Bewegung gebracht: einen Bandraum mit jungen Menschen aufgebaut, Straßentheater in die *huette gebracht und einen Theaterworkshop gehalten. Dann kam der Lockdown. Doch er lässt auch jetzt den Kopf nicht hängen.

Trotz Corona mit jungen Menschen in Verbindung bleiben
Kai Schuber-Seel ist seit einem Jahr in Jugendkulturarbeit in der *huette in Darmstadt tätig

Die Jugendkulturarbeit war gerade gut angelaufen. Kai Schuber-Seel hatte schon viel in Bewegung gebracht: einen Bandraum mit jungen Menschen aufgebaut und geöffnet für selbstverwaltete Musikgruppen, mit einer Band an einer Konzertreihe der Centralstation mitgewirkt, Straßentheater in die *huette gebracht und einen Poetry-Slam vorbereitet.

Der Sozialpädagoge und Theaterpädagoge hat seit einem Jahr die neue halbe Stelle der Jugendkulturarbeit des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt im Jugendhaus *huette inne. Dann kam er erste Lockdown im März. Alles musste abgesagt werden. Mit den zunehmenden Lockerungen baute Kai Schuber-Seel jedoch über den Sommer wieder einiges auf, gewann Jugendliche und junge Erwachsene für die Bandarbeit, entwickelte ein Musical, das er mit Gruppen in Schule und offener Kinder- und Jugendarbeit einstudieren wollte. Dann kam der zweite Lockdown, vieles musste erneut verschoben werden.

Doch Kai Schuber-Seel lässt den Kopf nicht hängen. Immer wieder hat er seine Arbeit an die neuen Vorgaben angepasst. „Ich nehme die Situation so an wie sie ist“, sagt er. Sein Hauptaugenmerk legt er darauf, wie er seine Zielgruppe halten und auch neue Menschen gewinnen kann. Mit einzelnen trifft er sich regelmäßig in der *huette, um über das Verbundensein über soziale Medien hinaus den persönlichen Kontakt zu pflegen.
In den Herbstferien konnte er einen Theaterworkshop mit einer kleinen, festen Gruppe anbieten. Für Dezember hat Kai Schuber-Seel auch wieder einen geplant und hofft, dass dieser an drei Terminen, am 7., 14. und 21. Dezember, als „Schnupper-Theaterkurs“ mit einer kleinen festen Gruppe von fünf Acht- bis Vierzehnjährigen stattfinden kann. „Wir haben eine Verantwortung den Jugendlichen gegenüber“, sagt der verheiratete Vater zweier Kinder. Bestimmte Angebote in der Jugendarbeit können und sollen gemäß den Vorgaben auch im Lockdown weitergehen. Gern möchte er im nächsten Jahr zweimal im Monat einen offenen Theaterworkshop anbieten, wenn es wieder geht.

Auch für seine Bandarbeit gilt: „Man muss nicht alles stoppen“, wie er sagt. Jeweils zu zweit können aktuell junge Musiker*innen im Bandraum proben. Das Plenum, ein regelmäßiges Treffen mit jeweils einem Bandmitglied, bietet Kai Schuber-Seel zurzeit als Videokonferenz an. „Es ist wichtig, Kontakt zu halten, und auch Organisatorisches wie Fragen, wo die Instrumente gelagert werden, zu klären.“ Für den 19. Dezember plant er ein kleines „Winterfestival“, bei dem sich manche Bands in kurzen Auftritten auf dem Hof hinter der *huette einer begrenzten Anzahl von Gästen, mit Abstand, präsentieren können. „Wir müssen schauen, was dann geht.“ Das bereitet er zurzeit niedrigschwellig vor, für den Fall, dass es dann doch nicht stattfinden kann.
Fürs nächste Jahr würde er sich ein größeres Open-Air-Festival mit den Bands, die in der *huette proben, wünschen und dadurch noch weitere junge Musikbegeisterte gewinnen. Auch regelmäßige Jam-Sessions, die bereits intern angelaufen waren, könnte er sich vorstellen auch für andere musikbegeisterte Menschen zu öffnen. Außerdem soll nach Corona auch ein offener Bandraumtag etabliert werden. Bandmitglieder bringen Jugendlichen ohne musikalische Vorerfahrungen die Musik näher. Das Ganze soll auch im öffentlichen Raum passieren. Auch junge Menschen, die sich keinen Instrumentalunterricht leisten können, bekommen so etwas beigebracht. Dabei möchte er nicht nur weitere junge Menschen für die Jugendkulturarbeit gewinnen, sondern auch für das Angebot der offenen Arbeit in der *huette werben.

Neben seiner halben Stelle als Jugendkulturarbeiter ist er als freiberuflicher Theaterpädagoge tätig. „Da bin ich es gewohnt, flexibel zu sein und immer neu zu überlegen, was mit wem möglich ist“, sagt er. Traurig ist er, dass sein geplantes Musical-Projekt jetzt erst einmal ausgesetzt ist. „Da war ich Feuer und Flamme“, sagt er. Der ausbildete Theaterpädagoge (BuT) hat sich selbst die Handlung rund um die Jahreszeiten und das Thema Nachhaltigkeit ausgedacht und bereits einen Autor, einen Bühnenbildner und einen Videoproduzenten ins Boot geholt. Erste Treffen mit Jugendlichen in Schulen und Kinder- und Jugendhaus hatte er noch vor dem Lockdown im November bereits umgesetzt. „Nach den Osterferien wollen wir wieder beginnen“, so ist der Plan, „dann können wir Open-Air-Proben machen, wenn es sein muss.“ Er hofft, „die Teilnehmer*innen bis dahin halten zu können“.

Verschoben werden musste auch der Vorentscheid zur internationalen Meisterschaft der U-20-Poetry-Slam in Zusammenarbeit mit der Centralstation, der jetzt im September 2021 in der *huette stattfinden soll.
Erfolgreich war er gerade mit einem Projektstipendium aus Mitteln der Max-und-Käthe- Kempf-Stiftung, verwaltet von der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Hiervon soll etwas für die Musiker*innen und für Jugendliche anderer Kultursparten im Haus angeschafft werden.

„Mein Anliegen ist es, Jugendlichen zu ermöglichen, ihre Talente auszuprobieren“, so Kai Schuber-Seel, der sich freuen würde, wenn dies bald wieder möglich sein könnte.

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