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Notfallseelsorge in Coronazeit - Neuer Ausbildungskurs ab Februar

Ab Februar 2021 beginnt ein neuer Ausbildungskurs für Ehrenamtliche in der Notfallseelsorge. Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun, Leiter der Notfallseelsorge Darmstadt und Umgebung, spricht im Interview über Notfallseelsorge in Coronazeit und darüber, was Interessierte für das Ehrenamt mitbringen sollten.

Guido SchiekPfarrer Heiko Ruff-Kapraun

„Wir tragen mitten in die Kälte Wärme und Liebe“
Interview mit Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun über Notfallseelsorge in der Coronazeit
Neuer Ausbildungskurs ab 1. Februar 2021


1.    Was hat sich in der Notfallseelsorge durch Corona verändert?
Heiko Ruff-Kapraun: Es findet durch Corona auch eine Isolierung in Krisen statt. Wir verzeichnen etwas mehr häusliche Einsätze. Aber ansonsten merken wir vom Aufkommen der Einsätze her keine größere Veränderung. Was wir merken ist, dass alle Beteiligten - seien es Einsatzkräfte oder die Betroffenen selbst – sensibler geworden sind, „kerniger“ nenne ich es, sie wissen genau, was sie brauchen. Die Menschen sind allgemein dünnhäutiger geworden und auch offener für Transzendentes. Corona hat der Machbarkeit dieser Welt Grenzen gesetzt. Die gesamte Gesellschaft als soziale Größe macht gerade eine Grenzerfahrung.

2.    Wie wirkt sich die Corona-Situation auf die Mitarbeitenden der Notfallseelsorge aus?
Heiko Ruff-Kapraun: Wir merken die Auswirkungen wesentlich im Team. Einige haben sich wegen der Pandemie eine Auszeit genommen. Andere haben dafür mehr Dienste übernommen. Vier Mitarbeitende haben in diesem Jahr allein jeweils 1000 Einsatzstunden absolviert. Dafür bin ich sehr dankbar. Im Durchschnitt leisten die Ehrenamtlichen im Jahr 600 Stunden. Leider hat es durch Corona keine Supervision, keine Fortbildung und auch keine Weihnachtsfeier gegeben. Die Bedingungen des Einsatzdienstes sind der Corona-Situation angepasst. Es gibt die Möglichkeit, Betroffene aus einer Notsituation herauszunehmen und geschützt an einem Rückzugsraum wie dem Offenen Haus zu betreuen. Die Mitarbeitenden schützen sich und auch zu Betreuende nach den Hygieneregeln.

3.    Was sollten Interessierte für das Ehrenamt in der Notfallseelsorge mitbringen?
Heiko Ruff-Kapraun: Menschen, die sich für den ehrenamtlichen Dienst in der Notfallseelsorge interessieren, können zunächst einmal all ihre Bedenken und Fragen mitbringen. Im Vorgespräch können sie sie stellen, aber auch später im Kurs. Eine gute Voraussetzung ist, wenn Interessierte Zeit für dieses Ehrenamt mitbringen und neugierig auf die seelische Versorgung sind. Im Schnitt leisten Mitarbeitende 54 Stunden Dienstbereitschaft im Monat. Sie sollten zudem tolerant sein für Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen. In jedem Fall sollten sie sich auf unvorhersehbare Situationen einstellen, sich „auf Empfang“ halten können. Die Mitarbeitenden bauen eine Brücke zu den Betroffenen in Notsituationen. Durch Zuwendung, Orientierung und Beruhigung helfen die Mitarbeitenden in der Schocksituation über die ersten schrecklichen Stunden hinweg. Wir tragen mitten in die Kälte Wärme und Liebe, um mehr geht es nicht. Diese Erfahrung hält auch die Gemeinschaft des Notfallseelsorgeteams zusammen.

4.    Unter welchen Bedingungen findet ein Ausbildungskurs in der gegenwärtigen Situation statt?
Heiko Ruff-Kapraun: Natürlich läuft der Kurs in dieser Coronazeit anders als sonst ab. Wir sorgen dafür, dass alle Teilnehmenden zu Beginn getestet werden. Es findet kein Körperkontakt untereinander statt, die Abstände werden eingehalten. Die Methoden werden angepasst, Rollenspiele mit Mundschutz laufen eben langsamer ab. Wir müssen auch flexibel auf die Bedingungen des Tagungshauses reagieren.

Informationen zum neuen Ausbildungskurs:
Der Ausbildungskurs „Grundkurs Notfallseelsorge für ehrenamtlich Mitarbeitende“ findet im Verbund der Notfallseelsorge Kooperation Südhessen unter der Leitung von Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun als Blockkurs in zwei Teilen statt:

1.Teil: Montag, 1. Februar 2021, 9 Uhr, – Freitag, 5. Februar 2021, 18 Uhr
Ort: Tagungshaus Kloster Höchst, Kirchberg 3, 64739 Höchst im Odenwald

2.Teil: Freitag, 19. März 2021, 9 Uhr – Sonntag, 21. März 2021, 13 Uhr
Ort: Das Offene Haus, Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Die Ausbildung wird von den Theologinnen und Theologen der Teams in Südhessen sowie von Fachreferentinnen und –referenten geleitet. Der erfolgreiche Abschluss des Qualifizierungskurses ist die Voraussetzung für die aktive Mitarbeit. Dazu ist die Teilnahme an allen Ausbildungsmodulen nötig. Über die Beauftragung entscheiden die Leiter und Leiterinnen der regionalen Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern. Diese erfolgt in einem ökumenischen Gottesdienst.

Der Besuch beider Kursteile ist obligatorisch. Der Kurs ist als Weiterbildung anerkannt und es kann Bildungsurlaub beantragt werden. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung im Tagungshaus Kloster Höchst werden vom Veranstalter übernommen. Die Kontaktbeschränkungen aus Pandemiegründen erfordern die verbindliche Übernachtung im Kloster Höchst.

Betreffend 1. Teil: Mit Kursbeginn werden alle Teilnehmenden des Kurses getestet und damit die Ansteckungsrisiken untereinander deutlich minimiert.
Weitere regionale Termine in den Systemen sind Besuch der Rettungsleitstelle, Einführung in den Rettungsdienst, Mitarbeit im regionalen Team und ein Informationsabend.

Kontakt/Anmeldung bis 10. Januar 2021:
Notfallseelsorge Darmstadt und Umgebung:
Leitung: Pfarrer Heiko Ruff‐Kapraun, Tel.: 0171 3744999, E-Mail: ruff‐kapraun@nfs‐darmstadt.de
Susanne Fitz, Beauftragte des Bistums Mainz, Tel. 0176 1253 9065, E-Mail: Susanne.Fitz@Bistum‐Mainz.de 

Weitere Informationen unter www.mach-mit.jetzt  und www.nfs‐suedhessen.de  

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