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Religionen für den Frieden zum 8. Mai 2020

Religionen für den Frieden konnte in diesem Jahr nicht wie gewohnt am 8. Mai mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung stattfinden. Zum Ende des zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren haben sie eine Erklärung abgegeben, in der sie unter anderem dafür eintreten, "alles dafür zu tun, um den Frieden in unserer Stadt zu erhalten und den Frieden in der Welt zu fördern" (zur vollständigen Erklärung bitte Bild anklicken).

Presseerklärung zum 8. Mai  von der AG Religionen für den Frieden  -
    
Seit 2001 gedenken Darmstädter Religionsgemeinschaften jährlich mit einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung am 8. Mai des Endes des Zweiten Weltkriegs und setzen damit ein Zeichen für Frieden. In diesem Jahr wird dies aufgrund der aktuellen Situation nicht im vertrauten Format möglich sein. Dennoch möchten wir, die zehn beteiligten Religionsgemeinschaften, gemeinsam mit dem Interreligiösen Arbeitskreis einen öffentlichen Impuls für den Frieden kundtun:

Das Ende des zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren ist für uns Gedenken und Ermahnung zugleich: Gedenken an die Opfer des NS-Gewaltregimes, Gedenken an die Opfer aller Kriege dieser Welt und Ermahnung, alles dafür zu tun, um den Frieden in unserer Stadt zu erhalten und den Frieden in der Welt zu fördern. Unser jeweiliger Glaube stärkt uns darin, stets auf der Suche nach dem Frieden zu sein und selbst Schritte des Friedens zu gehen. Dies begründet unsere Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft ‚Religionen für den Frieden‘, die seit 2001 jährlich eine öffentliche Veranstaltung zu friedensrelevanten Themen durchführt.  Schon der Weg zu einer gemeinsamen Veranstaltung ist ein Zeichen des Friedens.

Das Zusammenkommen, das gegenseitige Kennenlernen der einzelnen Religionen und das gemeinsame Gespräch darüber, was es zum Frieden in unserer Stadt braucht, sind wesentliche Faktoren, um gemeinsame Schritte des Friedens zu gehen. In diesem Jahr hatten wir für den 8. Mai das Veranstaltungsthema „Frieden braucht Gemeinwohl“ vorgesehen. Damit wollten wir mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und verschiedenen Akteuren des Gemeinwesens über das Gemeinwohl ins Gespräch kommen, verschiedene Voraussetzungen für das Gemeinwohl zur Sprache bringen und gemeinsam erörtern, welche Initiativen dafür förderlich sind. Unser Glaube beinhaltet eine Ethik, die das Wohl der Gesellschaft und der Menschen im Blick hat und fördert. Wir grenzen uns ab gegen alle Tendenzen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. In der gemeinsamen Selbstverpflichtung heißt es:

„Als Angehörige verschiedener Religionen in Darmstadt verpflichten wir uns, das Beste für unsere Stadt zu suchen und ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu ermöglichen. Wir verpflichten uns, eine Gesellschaft auf Grundlage gemeinsamer Werte und Ideale weiterzuentwickeln. Wir verpflichten uns, einander zu respektieren und eine Kultur der Toleranz und Offenheit zu fördern. Wir verpflichten uns, für Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor allem Leben einzutreten. Wir verpflichten uns,  miteinander auf der Suche nach Frieden zu bleiben. Wir verpflichten uns, für Gerechtigkeit und eine soziale Gesellschaft einzutreten. Wir verpflichten uns, die Schöpfung zu bewahren. Wir verpflichten uns, solidarisch für das Gemeinwohl zu handeln.“
 
In diesem Sinn sind wir gemeinsam unterwegs, um in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen: Frieden ist unter und mit den verschiedenen Religionen möglich.
Wir halten zusammen, auch in Zeiten, in denen physischer Abstand geboten ist, wie aktuell in der Corona-Krise. Die gegenwärtige Zeit lässt uns spüren, wie verletzlich wir Menschen sind, wie fragil unser gesellschaftliches Gefüge ist und wie sehr wir alle aufeinander angewiesen sind.
Die derzeitigen gesellschaftlichen Veränderungen haben große Auswirkungen auch auf unser Leben innerhalb der Religionsgemeinschaften. Die großen und bedeutsamen Feste konnten und können in diesem ersten Halbjahr nicht wie gewohnt gefeiert werden. Auch das uneingeschränkte Zusammenkommen, um in Gemeinschaft miteinander zu beten, ist nicht möglich. Das ist für viele eine große Entbehrung, zumal Gottesdienst und gemeinsames Gebet von vielen Gläubigen als stärkend und ermutigend erlebt wird. Nach den Lockerungen ist jetzt ein Zusammenkommen wieder möglich, aber immer noch mit vielen Einschränkungen, die belastend sind.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese Krise nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch mit der Kraft, aus der sich unser Glauben speist, gut bewältigen können. So ist und bleibt es unser Anliegen, für das Wohl aller Menschen und den Frieden in unserer Stadt einzustehen.

Darmstadt, Mai 2020

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Religionen für den Frieden“ 2020:
Bahá’í Gemeinde Darmstadt, Emir-Sultan-Moschee, Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde, Jüdische Gemeinde Darmstadt, Katholisches Dekanat Darmstadt, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Neuapostolische Kirche, Rumänisch- Orthodoxe Kirchengemeinde, Interreligiöser Arbeitskreis Darmstadt.

Kontakt und Info: Ulrike Hofmann, Rheinstr.31. 64283 Darmstadt, Telefon: 06151 1362431, Mail: Ulrike.hofmann@ekhn.de

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