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Dekanat bei Klimaschutz-Demo in Darmstadt

Volker RahnKlimastreik in Darmstadt

Die Kirchen hatten gemeinsam zur Teilnahme am globalen Streik #AllefürsKlima am 20. September in Darmstadt aufgerufen. Mit den Schülerinnen und Schülern von „Fridays for Future“ liefen auch zahlreiche Kirchenengagierte in den drei Sternmärschen unter dem Zeichen des Regenbogens mit. Das Evangelische Dekanat hatte zudem mit EKHN und ZGV einen Stand vor dem Darmstadtium.

An mehr als einem Dutzend Orten haben sich am Freitag auch Dekanate und Gemeinden der hessen-nassauischen Kirche an dem weltweiten Klimastreik beteiligt. In Darmstadt liefen zahlreiche Kirchenengagierte in den Sternmärschen von den Bahnhöfen zum Darmstadtium mit. Dort hatten Dekanat, EKHN und Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) während des Straßenfestes mit Kundgebung einen gemeinsamen Infostand. Am Abend hatte Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse zur Andacht in die Stadtkirche eingeladen und darin eine "öko-theologische Reformation" gefordert.

In Frankfurts Innenstadt gab es am Mittag eine "5-vor12-Andacht". In Mainz ergriff Dekan Andreas Klodt vor Protestierenden das Wort und verteilte Äpfel. In Wiesbaden war das Dekanat mit seiner Spitze mit von der Partie. In Gießens Innenstadt gingen die evangelischen Christinnen und Christen mit der evangelischen Jugend auf die Straße.

Anregung zum Klimastreik

Zuvor hatte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung angeregt,  sich an den weltweiten Klimaschutzprotesten am 20. September 2019 zu beteiligen. So könnten sich die evangelischen Kirchengemeinden mit „5-vor-12-Andachten“ in die Aktionen anlässlich der Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung und vor dem UN-Klimagipfel in New York einbringen, erklärte er. Zudem sei es eine Möglichkeit, das Thema in regulären Gottesdiensten etwa in einer „Klimafürbitte“ aufzunehmen oder dort auf die regionalen Veranstaltungen zum Klimaschutz hinzuweisen. „Es ist wichtig, dass die Stimme der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung vor Ort hörbar wird“, so Jung.

Für eine gute Zukunft auf die Straße gehen

Nach Worten Jungs ist „die Sorge um eine gute und lebenswerte Welt für die nächsten Generationen eine vordringliche Aufgabe“. Die Bewahrung der Schöpfung sei schon seit Jahrzehnten ein zentrales Thema für die Kirche, so Jung. Aus Sicht des christlichen Glaubens werde die von Gott geschaffene Welt als Gabe verstanden, die den Menschen geschenkt und anvertraut sei. Damit sei der Auftrag verbunden, sorgsam mit ihr umzugehen und sie zu bewahren, erklärte der Leitende Geistliche. Deshalb begrüße er es sehr, dass etwa bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen „viele junge Menschen weltweit motiviert werden, für eine gute Zukunft auf die Straße zu gehen“. Angesichts des Klimawandels machten „sie sehr eindrücklich und völlig zu Recht deutlich, wie wichtig Klimaschutz ist“. Für die evangelische Kirche gehöre zu dem Engagement für den Klimaschutz auch die Frage,  „ob wir selbst schon genug dafür tun, wo wir dies können“, sagte Jung.

Andachten unter dem Motto „Prayers for Future“

Anfang September hatte schon die „KlimaAllianz“, ein Bündnis von über 120 deutschlandweiten Verbänden und Organisationen, zu der auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gehört,  bereits dazu aufgerufen, die weltweiten Klimaproteste zu unterstützen. So könnten beispielsweise Andachten unter dem Motto „Prayers for Future“ angeboten werden. In einem Schreiben an die rund 1.100 Kirchengemeinden der EKHN heißt es dazu: „Zur entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung und vor dem UN-Klimagipfel in New York ruft „Fridays For Future“ auf, gemeinsam für echten Klimaschutz am 20. September auf die Straßen zu gehen. Der Aufruf ergeht diesmal nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, sondern an alle Generationen. Auch viele zivilgesellschaftliche Organisationen, die in der KlimaAllianz  zusammengeschlossenen sind, rufen zu Streik und Demonstrationen auf. Auch das Bündnis ‚Churches for Future’, zu dem die EKHN gehört, unterstützt den Aufruf.“

Zukunft der von Gott geschaffenen Erde

Nach Angaben von Kathrin Saudhof,  Referentin für Klimaschutz im hessen-nassauischen Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung (Mainz) und Helmut Törner-Roos, Referent für den Kirchlichen Entwicklungsdienst im Zentrum Oekumene (Frankfurt) hätten sich bereits erste evangelische Dekanate mit ihren Gemeinden in Wiesbaden und Darmstadt sowie im Nassauer Land, dem Vorderen Odenwald und in Ingelheim-Oppenheim dazu entschieden, sich aktiv an den Aktionen zu beteiligen. Nach Worten von Saudhoff und Törner-Roos ist es wichtig „als Christinnen und Christen hörbar und sichtbar mit dabei zu sein, wenn es darum geht, für Klimagerechtigkeit und für die Zukunft der von Gott geschaffenen Erde einzutreten“.

Hintergrund
Hessen-Nassau und die Klimaproteste von Fridays for Future
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ist im Mai 2019 auch dem neuen Netzwerk „Churches for Future“ beigetreten und bekundet damit ihre Solidarität mit den Schülerprotesten „Fridays for Future“. Insgesamt sind aktuell mehr als 16 Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen und Organisationen dem Aufruf des ökumenischen Netzwerks „Klimagerechtigkeit“ gefolgt, das die Aktion „Churches for Future“ initiiert hatte. In einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben heißt es: „Wir als Kirchen und kirchliche Organisationen zollen den Protestierenden großen Respekt und unterstützen die Anliegen der jungen Generation. Wir bitten daher die Mitglieder unserer Kirchen und kirchlichen Organisationen ihr Engagement für Klimagerechtigkeit sowohl im persönlichen als auch im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben deutlich zu verstärken.“ Die Kirchen sehen sich selbst dabei auch ausgesprochen kritisch und wollen den eigenen Versäumnissen im Klimaschutz verstärkt nachgehen.

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