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Taufwasser aus dem Woog

DekanatLasse Kreuzer beim Einfüllen

Lasse Kreuzer und Antonia Goldmann haben am Sonntag für ihre Gemeinden Wasser aus dem Woog geschöpft und in Flaschen gefüllt. Gemeinden des Dekanats beteiligten sich am dezentralen Tauftag, der das große Tauffest am Woog, das wegen Corona auch in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, ersetzen sollte. Wasserkuriere brachten Woogswasser zu den Taufgottesdiensten ihrer Gemeinden.

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Mit Woogswasser getauft
Dezentraler Tauftag am 11. Juli in Gemeinden des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt


Im vorigen Jahr musste das Tauffest am Woog des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt wegen Corona verschoben werden. Auch in diesem Jahr konnte die Großveranstaltung, bei der 2017 mehr als 1000 Menschen dabei waren, nicht in dieser Form stattfinden. Stattdessen feierten Gemeinden im Dekanat einen dezentralen Tauftag am Sonntag, 11. Juli, dem 6. Sonntag nach Trinitatis, der auch im Kirchenjahr der Taufe gewidmet ist. Eine Vorbereitungsgruppe hatte dazu Bausteine für den Taufgottesdienst entwickelt, auch ein Video über die Taufe entstand.

Als kleiner Ersatz für das Tauffest am Woog wurde am Sonntagmorgen Woogswasser an der Woogsinsel in Flaschen abgefüllt. Die teilnehmenden Gemeinden hatten junge Kuriere geschickt, die es direkt am Woog abholten. Wegen einer großen Sportveranstaltung konnten nicht alle ins Bad hinein. Für den Wassertransport und als späteres Geschenk an die Täuflinge sind eigens Wasserflaschen aus Glas mit einer lilafarbenen Neopren-Hülle mit der Aufschrift „Wasser des Lebens“ für die Gemeinden hergestellt worden.

Lasse Kreuzer aus der Martin-Luther-Gemeinde hatte den Taufwasserkrug aus der Martinskirche mitgebracht und schöpfte damit Wasser aus dem Woog. Anschließend füllte er es in die Wasserflaschen des Dekanats. Antonia Goldmann aus der Thomasgemeinde war ebenfalls gekommen, um Woogswasser für den später stattfindenden Taufgottesdienst zu holen. Sie half Lasse Kreuzer, die Flaschen für alle teilnehmenden Gemeinden zu befüllen. Zeitgleich fand die Triathlon-Veranstaltung "Woogssprint" statt. Neugierige Blicke gab es auf beiden Seiten. Ein Mitarbeiter der Johanniter erzählte, dass er selbst mit Woogswasser damals in der Kapelle des Alicenhospitals getauft worden sei.

Die Konfirmandinnen Helen Fink und Siri Neuber warteten unter dem Regenschirm auf das Woogswasser, das sie mit in die Südostgemeinde nahmen. Antje Sandrock-Böger, die die Woogswasser-Aktion mit organisiert hat, brachte noch Flaschen mit dem Fahrrad in die Matthäusgemeinde und nach Eberstadt-Süd. "Die Tauffamilie war ganz berührt, dass es extra Taufwasser aus dem Woog gab", sagt Pfarrerin Ulrike Hofmann, "und hat sich sehr über die Flasche als Taufgeschenk der Gemeinde gefreut."Ein bisschen kalt fanden manche der sechs Täuflinge in der Matthäusgemeinde das Woogswasser, wie Pfarrerin Meike Melchinger berichtet. Für jeden gab es ein eigenes Schälchen, das Teamerin Viktoria Schlosser aus dem Kinder- und Jugendhaus der Gemeinde jeweils aus den Dekanatsflaschen befüllte. Hier hatte die Pfarrerin noch eine besondere Idee: Sie bat die Gemeinde, Segensbotschaften als "Durststiller" für die Täuflinge auf Zettel zu schreiben, die in die Glasflasche gefüllt und den Tauffamilien als Geschenk am Ende übergeben wurden. Auch widmeten Gemeinden, in denen es keine Anmeldungen zur Taufe für diesen Tag gab, ihre Gottesdienste am Sonntag ganz dem Thema Taufe und Tauferinnerung.

In der Thomasgemeinde halfen die etwas größeren Täuflinge selbst, ihr Taufwasser aus dem Woog in die Taufschale zu gießen. Extra-Applaus gab es für die Pfadfinderinnen der in der Gemeinde beheimateten Heliand-Pfadfinderinnenschaft, die nicht nur das Woogswasser geholt haben, sondern auch die Technik kurzfristig so umbauten, dass der Gottesdienst, der wegen Regens nicht wie geplant im Freien stattfinden konnte, vom Brunnenhof aus mitverfolgt werden konnte, denn im Kirchsaal gab es zu wenig Plätze. In der Südostgemeinde kam der Täufling extra aus Berlin in die Heimatgemeinde der Eltern angereist, die sich  besonders über das Woogswasser freuten. "Ich finde es besonders schön, dass wir durch den gemeinsamen Tauftermin in Darmstadt miteinander verbunden waren, auch wenn in diesem Jahr leider kein gemeinsames Tauffest am Woog stattfinden konnte", sagt Pfarrerin Renate Kluck.

Erstmals fand das Dekanatstauffest am Woog 2008 statt, danach alle drei Jahre, zum vierten Mal im Reformationsjahr 2017. Durch die besondere Atmosphäre im Woog-Freibad gewann das Fest immer mehr an Beliebtheit. Jedes Mal nahmen mehr Tauffamlien teil. Pfarrerinnen und Pfarrer der teilnehmenden Gemeinden tauften vor allem Säuglinge an Stationen auf der Woogsinsel und größere Kinder und Jugendliche, die das wollten, auch im Wasser am Woogsufer. Auf einer Bühne wurde ein Familiengottesdienst gestaltet. Anschließend richtete das Dekanat einen Empfang für die Familien mit Essen aus.

Während nun 2021 der dezentrale Tauftag das bereits zum zweiten Mal verschobene Tauffest ein wenig ersetzen sollte, hofft Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, dass in den kommenden Jahren wieder ein großes Tauffest am Woog möglich sein wird. Sie dankt dem Vorbereitungsteam bestehend aus Manuel Alem, Tanja Bergelt, Meike Melchinger, Antje Sandrock-Böger und Beate Schwenk. „Taufen sind wunderbare Feste“, sagt die Dekanin, „ich freue mich, dass viele Gemeinden den Tauftag am Sonntag gleichzeitig gefeiert haben, und hoffe, dass alle, die dabei waren, gestärkt und ermutigt wurden, wenn sie in der Taufe Gottes Ja zu ihrem Leben erfahren haben."

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