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Kirchen zeigen Riegel-Objekte am Tag des Offenen Denkmals

Mareike DittrichAbendmahlskelch Riegels aus der Pauluskirche

Aus Anlass des 150. Geburtstags des Jugendstilkünstlers Ernst Riegel zeigen einige Kirchengemeinde Altargerät, Kreuze und Antependien des Goldschmiedemeisters. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat zudem in einem Projekt Riegel-Werke aus Kirchen der Region erfasst und für die Kirchengemeinden Video-Präsentationen erstellt.

Kirchen beteiligen sich am Tag des Offenen Denkmals: 150 Jahre Ernst Riegel

In diesem Jahr wird nicht nur Friedrich Pützers, sondern auch Ernst Riegels 150. Geburtstag (1871-1939) gedacht. Die beiden Jugendstilkünstler arbeiteten in Darmstadt eng zusammen: Der Architekt Pützer zog den Goldschmiedemeister Riegel, der von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen 1906 an die Künstlerkolonie Mathildenhöhe berufen worden war, zu vielen seiner Kirchenbauten heran. Mehr als 30 Kirchengemeinden erhielten Sakralgerät, also Abendmahlsgeschirr und Kreuze, von Riegel. Die Großherzogliche Denkmalpflege verwahrte sich gegen die Anschaffung industriell gefertigten Altargerätes und bewirkte 1908 eine Verordnung des Großherzoglichen Konsistoriums, Neuanschaffungen zur Genehmigung vorzulegen und Riegels Arbeiten zu bevorzugen. Für wichtige neue Kirchen spendete der Großherzog Riegels Abendmahlsgerät, in bestehenden Kirchen veranlasste der Denkmalpfleger die Beschaffung. Riegel wurde vom Denkmalpfleger veranlasst, auch Gerät aus Messing anzubieten, um minder bemittelte Gemeinden zu versorgen. Meist waren sie vergoldet oder versilbert.

Von Ernst Riegel gefertigte Abendmahlsgeräte sind am kommenden Sonntag, 12. September, beim Tag des Offenen Denkmals zwischen 12.30 und 17 Uhr in der Evangelischen Pauluskirche, Niebergallweg 20, zu sehen. Bärbel Wenzel steht hier für Informationen rund um das Werk Ernst Riegels bereit. Außerdem gibt es Informationstafeln zu Ernst Riegel. Eine Bildtafel über bauliche Veränderungen der Pauluskirche ergänzt die Ausstellung. Das berühmte Altarkreuz der Pauluskirche von Riegel befindet sich als Dauerleihgabe im Hessischen Landesmuseum. Harald Männle wird um 16 Uhr einen Workshop für Kinder anbieten, bei dem er ihnen das Handwerk des Goldschmiedes nahebringen möchte. Ein Orgelkonzert mit Finn Krug zum Deutschen Orgeltag schließt sich um 18 Uhr an (Anmeldung bis 9.9. an musik@paulusgemeinde-darmstadt.de). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), Ortskuratorium Wiesbaden, hat in einem Projekt alle Orte zusammengetragen, an denen Riegel-Kunstwerke zu sehen sind, und Videos erstellt. Die Orte sind auf einer Übersichtskarte von Mareike Dittrich, wo im Bundesgebiet überall Riegel-Arbeiten am Tag des Offenen Denkmals zu sehen sind, aufgeführt.

Der Goldschmiedemeister Riegel, der von 1906 bis 1936 an der Mathildenhöhe Darmstadt und danach Professor an der Werkkunstschule Köln war, hat ebenfalls Entwürfe für Antependien, also Altar- oder Kanzeltücher, gestaltet. Er hat in seiner Darmstädter Zeit 1907 bis 1935 eng mit der damaligen Paramentenwerkstatt zusammengearbeitet und für Darmstädter Kirchen und darüber hinaus Paramente entworfen. Es entstand eine rege Zusammenarbeit zwischen Ernst Riegel und der Werkstattleiterin Luise Kahl, die dessen Entwürfe exzellent umsetzte, wie Marie-Luise Frey-Jansen, heutige Leiterin der Textilwerkstatt am Elisabethenstift im Prinz-Christians-Weg, weiß. Unter anderem sei das „Riegelsche Kreuz“, ob gleichschenklig, klein, groß, mit oder ohne Lutherrose in etlichen anderen Varianten gestickt, appliziert oder in Anlegetechnik mit Goldmaterialien und Seidengarnen umgesetzt worden. Zum Tag des Offenen Denkmals zeigt die Textilwerkstatt eine digitale Präsentation über Ernst Riegel und die Paramentenwerkstatt auf ihrer Website https://textil-kunst-kirche.de/ .

Auch die Evangelische Auferstehungsgemeinde in Arheilgen zeigt zum Tag des Offenen Denkmals zu 150 Jahre Ernst Riegel eine Online-Präsentation der DSD über Riegel-Werke in der Auferstehungskirche auf ihrer Website www.auferstehungskirche-arheilgen.de , die auch auf der des Denkmaltages https://www.tag-des-offenen-denkmals.de  abrufbar ist. Die Kirche in der Messeler Straße 31 ist zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet. Zu sehen sind ein grünes Altarparament sowie ein Kanzelbehang. In der Bessunger Kirche, Am Kapellberg 2, sind je ein weißes Altar- und Kanzel-Parament nach Entwurf von Ernst Riegel sowie zwei Abendmahls-kannen, ein Altarkreuz, ein Lesepult und das Brunnen-Relief "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser" von Riegel zu sehen, darüber hinaus Informationen zu Leben und Werk des Jugendstil-künstlers. Die Kirche ist am Sonntag von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Es schließt sich um 18 Uhr ein Gottesdienst an. Die Martin-Luther-Gemeinde zeigt ebenfalls eine Video-Präsentation, die Dr. Dörte Folkers vom Ortskuratorium Wiesbaden der DSD über Riegel-Werke in der Martin-Luther-Gemeinde erstellt hat, auf ihrem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=tQhp5oZnCD4&t=106s.

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